redblog - 13. November, 20:05 -
Medien
Im Oktober ging die Meldung, dass die
Frankfurter Allgemeine Zeitung (
FAZ) die in Potsdam erscheinende
Märkische Allgemeine Zeitung (
MAZ), durch die Branchendienste.
Als Interessent war anfangs nur von der Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (SHZ) bekannt, bevor später die
Mediengruppe Madsack in den Kreis der interessierten Käufer aufgenommen wurde.
Die Rede war von einem Kaufpreis zwischen 50 und 100 Millionen Euro.
Nun verkauft die
FAZ-Gruppe die
MAZ zum Jahresende an die Niedersachsen. Der Deal steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
Die Frankfurter kauften 1991 beim allgemeinen Ausverkauf der ostdeutschen Medien durch die Treuhandanstalt die brandenburger Zeitung, die die einzige Regionalzeitung im Osten blieb, an der sich die
FAZ beteiligte.
Nun mußte auch die größte
MAZ deutliche Auflagenverluste in den vergangenen Jahren verkraften, das Unternehmen macht jedoch keine Verluste, sondern Gewinne.
Die beiden beteilgten Medienunternehmen zeigten sich zufrieden:
Die FAZ-Gruppe könne sich künftig nun wieder ganz auf seine "Zeitungen für Deutschland" konzentrieren, Madsack erweitert mit dem Kauf sein Protfolio an Regionalzeitungen.
Künftig gibt der Madsack-Konzern dann 18 Zeitungen heraus, darunter die
Hannoversche Allgemeine Zeitung, die
Leipziger Volkszeitung, die
Ostsee-Zeitung sowie die
Lübecker Nachrichten.
Natürlich könne man "Synergien" nutzen, freute sich Herbert Flecken, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe Madsack.
So werden alle Redaktionen für die überregionalen politischen Themen von einem zentralen Berliner Korrespondentenbüro beliefert werden, künftig auch die
MAZ. Während der Deutsche Journalistenverband (DJV) vom neuen Eigentümer keine Stellenstreichungen
erwartet, da die Personaldecke schon dünn sei, befürchtet der
MAZ-Betriebsrat im
rbb, "dass der neue Eigentümer in einigen Bereichen rationalisieren und Stellen abbauen"
werde.
Freuen dürfte sich der Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck. Ist doch die SPD über ihre
Deutsche Druck und Verlagsgesellschaft mit 23 % an der Mediengruppe Madsack beteiligt.
Literatur:
Horst Röper: Zeitungen 2010: Rangverschiebungen unter den größten Verlagen. Daten zur Konzentration der Tagespresse in der Bundesrepublik Deutschland im I. Quartal 2010, in Media Perspektiven 5/2010 [
pdf]