Christian Lüth: Der deutsche Propagandist des honduranischen Putsches
Unmittelbar nach dem Putsch gegen den gewählten honduranischen Präsidenten Zelaya präsentierte Christian Lüth, Repräsentant der FDP-nahen Friedrich Naumann Stiftung, ein Papier, das den Putsch durch Militär, Justiz und Oligarchie rechtfertigte.In den letzten Tagen wurde mehr als deutschlich, daß die internationale Staatengemeinschaft den Staatsstreich ablehnt und die Rückkehr des Präsidenten Zelaya forderte. Selbst die EU und die USA, die schon oft für Putsche in Lateinamerika verantwortlich zeichnete, stellten sich an die Seite Zelayas.
Heute nun legte Lüth in einem Beitrag für Springers WELT nach und erklärt der Leserschaft, warum "Europa und UN bei Honduras falsch liegen". Wieder rechtfertigt Lüth den Putsch: Schade nur, dass kaum jemand am 28. Juni und in den Tagen danach einmal genauer nachgefragt hat. Dann wäre nämlich aufgefallen, dass dieser "Militärputsch" von rechtmäßig gewählten Volksvertretern, den Abgeordneten des Nationalparlaments und des Obersten Gerichtshofes angeordnet wurde – und zwar mit einer parlamentarischen Mehrheit von 124 zu vier Stimmen – über die Fraktionsgrenzen hinweg. Kein Wort findet sich in dem Artikel, daß es sich bei der Abstimmung um die Wahl des "de-facto-Präsidenten" Micheletti handelt, die erst Stunden nach dem Putsch stattfand. Des weiteren behauptet Lüth, das Militär habe sich nach der Festnahme von Zelaya und der Deportation außer Landes in die Kasernen zurückgezogen. Jeder, der die wenigen Bilder aus dem mittelamerikanischen Land gesehen hat, konnte genau erkennen, daß Militär massiv auf den Straßen patroullierte und auch gegen Unterstützer des gewählten Präsidenten einsetzte.
Auch verschweigt Lüth, daß die Putschregierung am Mittwoch die politischen Freiheiten und zahlreiche Bürgerrechte aufheben ließ. Kein Wort über die Toten, Verletzten, Gefolterten. Kein Wort über die Abschaltung kritischer Medien. Kein Wort die Störungen von Kommunikationskanälen wie Telefon oder Internet.
Daß Lüth ausgerechnet die WELT wählte, um seine Propaganda für den Putsch zu betreiben, ist klar. Setzt die Zeitung mit diesem Beitrag doch eben jene Berichterstattung fort, für die sie schon zu Zeiten des faschistischen Militärputsches gegen die Regierung Allende im Jahre 1973 stand. Damals hieß es in dem Blatt: "Jetzt geht es wieder aufwärts." DIE WELT, 29.09.1973 Kontakt zum Putschpropagandisten:
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Calle Granada No. 3901
Col. Lomas de Guijarro
Tegucigalpa / Honduras
Tel.: +504-239-1757
Fax: +504-231-3074
E-Mail: funaumann@cablecolor.hn

































