Lateinamerika

Freitag, 10. Februar 2012

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick


1LATEINAMERIKA
Surinam, Haiti und Santa Lucia schliessen sich der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) an.

Die UNO-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hat die Erfolge der Politik gegen Armut und soziale Ungleichheit in Kuba und Venezuela hervorgehoben.

BOLIVIEN
Der Bau einer Straße durch den Nationalpark TIPNIS hielt Bolivien 2011 in Atem und spaltet nach wie vor die Bevölkerung. Eine Volksbefragung könnte jetzt den Konflikt entschärfen.

BRASILIEN
Streikende Polizisten haben das von ihnen besetzte Parlament in Salvador de Bahia geräumt. Ob damit auch der Protest vorbei ist, ist unklar.

KOLUMBIEN
Der Oberste Gerichtshof Kolumbiens hat den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag gebeten, ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Präsidenten des südamerikanischen Landes, Belisario Betancourt (1982-1986), einzuleiten. Geprüft werden soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Europa Press, ob Betancourt für eine blutige Militäraktion gegen die Guerillaorganisation M-19 verantwortlich zu machen ist.

Die linksgerichtete Guerilla-Organisation FARC ist nach kolumbianischen Medienberichten offenbar in den Fleischhandel eingestiegen.

KUBA
Der kubanische Politologe Rafael Hernández über die Konferenz der Kommunistischen Partei Kubas.

Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat die ersten zwei Bände seiner Memoiren vorgestellt.

Diese Woche eröffnete die 21. Internationale Buchmesse in Havanna. Aktuelle Informationen gibt es im jW Online spezial.

PERU
Mehrere tausend Aktivisten aus Basisorganisationen beteiligen sich in Peru derzeit an einem landesweiten Protestmarsch gegen negative Auswirkungen des Bergbaus auf die Umwelt.

VENEZUELA
Die venezolanische Regierung hat eine gemischte Bilanz aus der von ihr initiierten "Agrarrevolution" gezogen.

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Freitag, 3. Februar 2012

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick


1ARGENTINIEN
Die britische Regierung setzt im Streit mit Argentinien um die Malwinen-Inselgruppe im Südatlantik auf militärische Mittel. Wie am Mittwoch bekannt wurde, entsendet die britische Kriegsmarine einen Zerstörer des Typs 45 vor die Gewässer Argentiniens.

BOLIVIEN
Der wegen Korruption verdächtigte Ex-Präsident von Boliviens staatlicher Energiefirma YPFB, Santos Ramírez, ist am 26. Januar zu einer 12-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht in La Paz sah es als bewiesen an, dass der langjährige Weggefährte von Präsident Evo Morales und Mitbegründer der regierenden »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) in betrügerische Geschäfte mit der Privatfirma »Catler Universe« verwickelt ist und dem Staat einen hohen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat.

GUATEMALA
Der guatemaltekische Kongress hat am vergangenen Dienstag der Bildung eines Ministeriums zur sozialen Entwicklung zugestimmt.

HONDURAS
In Hon­duras hat Prä­si­dent Por­firio Lobo am 27. Januar die erste Hälfte seiner Amts­zeit hinter sich gebracht. Die Bilanz ist nie­der­schmet­ternd. Abge­sehen davon, dass er seine wich­tigsten Wahl­ver­spre­chen wie die Bekämp­fung der Kri­mi­na­lität und der Arbeits­lo­sig­keit nicht ein­halten konnte, haben die Kor­rup­tion zu– und der Rück­halt für seine Regie­rung abgenommen.

KUBA
Kubas Kommunisten sollen den Kampf gegen die Korruption verstärken. Mit dieser Hauptforderung hat der Präsident der Inselrepublik, Raúl Castro, in seiner Eigenschaft als Erster Sekretär des Zentralkomitees am Sonntag in Havanna die erste Nationalkonferenz der kubanischen Kommunistischen Partei abgeschlossen.

MEXIKO
An der Interkulturellen Universität in Veracruz UVI (Universidad Veracruzana Intercultural) sind erstmals zwei Abschlussarbeiten vollständig in der Indígena-Sprache Nahuatl verfasst und angenommen worden. Damit leiste die Universität Pionierarbeit bei der Anerkennung der indigenen Sprachen in Mexiko.

Maisfladen gehören in Mexiko seit Urzeiten zu den Grundnahrungsmitteln. Doch Junk- und Fast-Food machen der traditionellen Mahlzeit zunehmend Konkurrenz.

PERU
Wasser versus Gold: Protest gegen das Minenprojekt Conga: Umweltschützer und Bauern im nordperuanischen Cajamarca marschieren 800 Kilometer nach Lima

VENEZUELA
In Venezuela ist die letzte Ladung der Goldreserven des Landes eingetroffen.

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Freitag, 27. Januar 2012

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick


1ARGENTINIEN
Der Malwinen-Konflikt spitzt sich zu. Nach Kolonialismusvorwürfen des britischen Premiers Camerons bekommt Argentinien Rückendeckung für eigenen Verhandlungswunsch

BRASILIEN
Während in Porto Alegre das Sozialforum eröffnet wird, geht die Polizei in São Paulo gewaltsam gegen Tausende Obdachlose vor.

CHILE
Chiles Studentenbewegung analysiert das vergangene Jahr, um aus Fehlern und Erfolgen zu lernen. Ein Gespräch mit Camila Vallejo und Gabriel Boric

HONDURAS
Trotz massiver Proteste von Lehrern in den vergangenen Monaten ist in Honduras eine umfassende Bildungsreform verabschiedet worden. Sie bedeutet einen Schritt in Richtung Privatisierung.

KUBA
Der Tod eines Häftlings in Kuba sorgt weiterhin für Kontroversen. Der 31-jährige Wilman Villar Mendoza war in der vergangenen Woche in Haft verstorben. Während rechtsgerichtete politische Akteure in den USA und Europa den Verstorbenen als "politischen Gefangenen" bezeichnen, ist die sozialistische Regierung Kubas diesen Darstellungen entgegengetreten.

PARAGUAY
Die Regierung Paraguays hat am 17. Januar aufgrund einer lang anhaltenden Trockenheit für 90 Tage den Ernährungsnotstand ausgerufen.

VENEZUELA
Die vor wenigen Jahren neu gegründete Bolivarische Nationalpolizei (PNB) in Venezuela weitet ihre Aktivitäten aus. Ab Juli dieses Jahres sollen Einheiten der PNB in sechs weiteren Bundesstaaten des südamerikanischen Landes aktiv werden.

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Freitag, 20. Januar 2012

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1ECUADOR
Ecuadors Präsident Rafael Correa hat am Dienstag seinen Landwirtschaftsminister beauftragt, eine »Agrarrevolution« durchzuführen.

EL SALVADOR
Am Montag hat El Salvador den 20. Jahrestag des Friedensabkommens begangen. Präsident Mauricio Funes entschuldigte sich bei den Familien der über 1.000 zivilen Opfer, die 1981 in diesem Dorf durch Eliteeinheiten des Militärs ermordet worden waren.

HONDURAS
Neue Gesetze der De-facto-Regierung Porfirio Lobo verschärfen Landkonflikt in Honduras

NICARAGUA
Nicaragua bekommt bald weniger Entwicklungshilfe aus Deutschland. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) begründet dies zum einen mit den "umstrittenen" Wahlen vom vergangenen Herbst, als Präsident Daniel Ortega deutlich im Amt bestätigt wurde.

KOLUMBIEN
Die paramilitärische Gruppe Los Uribeños hat vergangene Woche einen bewaffneten Streik im westkolumbianischen Gebiet Urabá erklärt. Grund dafür sei die Hinrichtung ihres Anführers Juan Usuaga, auch bekannt als "Giovanni", durch die Polizei.

KUBA
Eine Bohrinsel schippert derzeit von China nach Kuba. Sie soll in der Tiefsee vor Havanna ein riesiges Ölfeld erschließen – und damit die Energieprobleme Kubas lösen.

VENEZUELA
Nach Ausweisung von Diplomatin schließt Venezuela Konsulat in Florida.

Hugo Chávez zieht bei seinem jährlichen Rechenschaftsbericht vor der Nationalversammlung eine positive Bilanz für 2011


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Freitag, 13. Januar 2012

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick


1ARGENTINIEN
Die argentinische Präsidentin Cristina Fernandez ist nicht an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Die kurz nach Weihnachten verbreitete Diagnose erwies sich nach Angaben ihres Sprechers vom Samstag als falsch.

BOLIVIEN
Mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm hat die Regierung das UNO-Recht auf Wasser und Sanitärversorgung umgesetzt.

CHILE
In der südchilenischen Araucanía-Region ist es zu einer Welle der Gewalt gegen Mapuche-Gemeinden gekomen. Zuvor hatte die rechts-konservative Regierung Sebastián Piñeras den Indigenen die Schuld an den Waldbränden gegeben, die vergangene Woche ausgebrochen waren.

EL SALVADOR
Ein Gericht stellte am Montag das Verfahren wegen des Mordes an Roque Dalton 37 Jahre nach der Tat ein. Ein Sohn des Opfers spricht von juristischer Barbarei.

HAITI
Zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben, das bis zu 300.000 Menschen das Leben kostete, will Haiti offenbar die Konsequenzen aus den seither gemachten Erfahrungen ziehen und Vollmitglied der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) werden.

KOLUMBIEN
Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos hat ein Verhandlungsangebot der FARC-Guerrilla abgelehnt.

KUBA
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat in ihrem Jahresbericht 2011 das Verfahren gegen fünf in den USA inhaftierte Kubaner zum wiederholten Male als "unfair" kritisiert.

Nordwestlich von Havanna soll im Auftrag des spanischen Konzerns Repsol nach Öl gebohrt werden. Alle Prognosen sind positiv.

NICARAGUA
Umfragen bestätigen Wahlsieg der FSLN. Knapp 70 Prozent der Nicaraguaner gehen davon aus, dass bei den Wahlen am 6. November der Wille des Volkes respektiert wurde.

VENEZUELA
Die Regierung der USA hat die Konsulin Venezuelas in Miami zur "Persona non grata" erklärt.

Der russische Fernsehsender "Russia Today" berichtet über das Sozialprogramm des venezolanischen Unternehmens CITGO in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Regierung Venezuelas will mit einem neuen Sozialprogramm die Arbeitslosigkeit bekämpfen.

Venezuela lehnt ein Weltbank-Urteil ab und verweigert Milliardenzahlungen an Exxon.

Der Oberkommandierende der Streitkräfte Venezuelas und des Kommandos für Strategische Operationen der venezolanischen Armee, General Henry Rangel Silva, ist am Freitag von Präsident Hugo Chávez zum neuen Verteidigungsminister ernannt worden.

Kurz vor dem Jahreswechsel hat US-Präsident Barack Obama eine erste Stellungnahme zum Präsidentschaftswahlkampf in Venezuela abgegeben.

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Freitag, 6. Januar 2012

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick


1ARGENTINIEN
Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat die Operation zur Entfernung des Schilddrüsenkrebses gut überstanden. Wie ihr Pressesprecher Alfredo Scoccimarro gestern Mittag mitteilte, sei "die Operation ohne Komplikationen verlaufen“.

BOLIVIEN
McDonald´s hat sich zum Jahresende nun auch offiziell aus Bolivien zurückgezogen. Neben Kuba ist Bolivien nun das einzige lateinamerikanische Land, in dem der Konzern nicht vertreten ist.

Boliviens Präsident Evo Morales vereidigt per Stimmzettel gewählte Richter.

CHILE
Die Studentenproteste in Chile werden auch in diesem Jahr weitergehen. Ein Interview mit Noam Titelman.

ECUADOR
Ein Gericht in Ecuador hat am Dienstag eine Milliarden-Umweltstrafe gegen den US-Ölmulti Chevron in zweiter Instanz für rechtskräftig erklärt. Bereits im Februar 2011 war Chevron als Rechtsnachfolger des 200 aufgekauften Ölunternehmens Texaco wegen im Amazonaswald verursachter Schäden zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 9,5 Milliarden US-Dollar verurteilt worden.

KOLUMBIEN
Kolumbiens ehemaliger Friedenskommissar Luis Carlos Restrepo wird sich im Januar wegen widerrechtlicher Aneignung, Betrugs, Verabredung einer Straftat und illegaler Waffenproduktion vor Gericht verantworten müssen.

KUBA
Fidel Castro ist mal wieder gestorben, diesmal auf Twitter. Ein angebliches Foto des toten Fidels verbreitete sich im Shitstorm über den Kurznachrichtendienst. Bereits 2007 und 2008 geisterte dieses Bild durchs Internet. Und Fidel? Der lacht. Auf cubadebate gibt es eine Chronik.

MEXIKO
Die Linke hat sich für die Präsidentschaftswahlen geeint. Telepolis über die kommenden Wahlen im Juli.

VENEZUELA
Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat Meldungen dementiert, nach denen er den USA die Schuld für die Krebserkrankungen mehrerer südamerikanischer Regierungschefs gegeben haben soll.

Die staatliche venezolanische Ölgesellschaft PdVSA muss an den US-Konzern Exxon Mobil eine Entschädigung von 908 Millionen Dollar zahlen. Dies ergab ein Schlichterspruch der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris. PdVSA legt die noch an Exxon zu zahlende Summe jedoch auf 255 Millionen US-Dollar fest. Das Unternehmen begründete die reduzierte Summe mit ausstehenden Verbindlichkeiten vonseiten des US-Konzerns Exxon Mobil.

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Montag, 2. Januar 2012

Das enge Weltbild des Christoph Röckerath




Schöne Bilder und Propaganda - Zur ZDF-Doku Insel aus einer anderen Zeit

Das ZDF schickte einen seiner USA-Korepondenten auf die andere Seite des Golfes von Mexiko, nach Kuba. Christoph Röckerath zeigt schön Bilder von der karibischen Insel. Sobald es jedoch politisch wird, zeigt sich sein einen Blick aus dem engen Weltbild eines oberlehrerhaften Europäers.

Am deutlichsten wird dieser Blick, als Röckerath über die Zigarrenfabrik H. Upmann berichtet. Interessanterweise wird eben jene Szene nicht in der Doku gezeigt, sie lief vorab in den heute-Nachrichten zur Bewerbung der Dokumentation. Es habe sich nichts geändert bei der Herstellung der Zigarren. Wirklich nicht? Wie sieht es aus mit höhren Löhnen und den sozialen Sicherheiten, die die Arbeiter dank der Revolution erhalten haben? Kein Wort dazu von Christoph Röckerath. Statt dessen heißt es weiter, die Arbeiter würden die ganze Zeit von einer Vorleserin indokrtiniert, die ihnen politische Propaganda aus einer Arbeiterzeitung vorlesen würde. Jeder, der schon einmal in einer Zigarrenfabrik war, weiss, dass diese Vorleserinnen und Vorleser nicht "nur" "Propaganda" vorlesen, sondern alles mögliche. Aus Zeitungen, Zeitschriften, Romanen, ...
Aber dies paßt wohl nicht in das Weltbild eines Christoph Röckerath.

Mehr als einmal erklärt Röckerath, dass der Sozialismus keine Lösung sei. Pauschal wird dieser immer wieder abfällig erwähnt. Es fehlen jeglich Zusammenhänge mit politischen Entwicklungen, insbesondere in Bezug auf die Politik der USA.

Auch die Mär, den CUC, den peso convertible, würden nur Touristen besitzen, läßt sich in Cuba an jeder Ecke sehen. Die quinze, den fünfzehnten Geburtstag kubanischer Mädchen, den Röckerath in seiner Doku zeigt, wäre ohne einen einzigen CUC sicherlich nicht zu veranstalten, so aufwendig wie sie war.

Auch der Hinweis, dass Cubaner erst "seit kurzer Zeit" selbstsständig arbeiten können ist zweifelhaft. Es liegt wohl im Auge des Betrachters, welche Zeitspanne man als Grundlade nimmt, um eine "kurze Zeit" zu definieren. Bereits seit Anfang der neunziger Jahre können CubanerInnen auf eigene Rechnung arbeiten. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Änderungen in Gesetzen und Vorschriften, so dass die Zahl derer auch schwankte. Ein kleines Privatrestaurant zu betreiben ist bereits seit den neunziger Jahren möglich. In letzter Zeit änderte sich diesbezüglich jedoch, dann heute diese Restaurants mehr als zwölf Sitzplätze haben dürfen.

Natürlich gibt es auch in der cubanischen Gellschaft und Wirtschaft Probleme, keine Frage. Um diese Probleme jedoch darzustellen und zu verstehen, bedarf es einer Einordnung in politische Zusammenhänge.

Mehr als schöne Bilder hatten Christoph Röckerath und das ZDF nicht zu bieten. Aber so ist das wohl, wenn man nur einseitig sieht.

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Samstag, 31. Dezember 2011

nachschLAg EXTRA: Ein unvollständiger Jahresrückblick


Im auslaufenden Jahr wurde die lateinamerikanische Intergration weiter vorangetrieben. Höhepunkt war sicherlich die Gründung der Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik (CELAC) Anfang Dezember in Caracas. Erstmal schlossen sich alle lateinamerikanischen und karibischen Staaten in einer Institution zusammen, ohne dass die Vereinigsten Staaten oder die alten Kolonialmächte Spanien und Portugal Mitglied sind.
Unter den Mitgliedern befinden sich nicht nur die progressiven Staaten, sondern auch die den USA sehr verbunden, wie Kolumbien oder Mexiko. Ob und was diese Staatengemeinschaft zukünftig bringt, bleibt offen, ein erster Schritt ist jedoch getan.

Wie nicht anders zu erwarten, blieben die sozialen Bewegungen in Lateinamerika auch im Jahre 2011 nicht ruhig. Für internationale Beachtung sorgten die Bildungsproteste in Chile, wo SchülerInnen, Studierende, Lehrende, Eltern, ... seit Monaten für ein besseres Bildungssystem auf die Straße gehen und sich immer wieder eine harten staatlichen Repression ausgesetzt sehen. Das chilenische Bildungssystem basiert noch immer auf gesetzlichen Grundlagen dem aus der Zeit der Pinochet-Diktatur und ist gesprägt, wie die gesamte chilenische Gesellschaft, von einer unglaublichen sozialen Ungleichheit. Zwar konnten die Protestierenden keine handfesten Änderungen erreichen, jedoch strahlten ihre Proteste auch in andere lateinamerikanische Staat aus. In Kolumbien konnte Massenproteste innerhalb eines Monats verhindern, dass die Regierung eine marktkonforme Bildungs"reform" durchpeitscht.
Am vorletzten Tag des Jahres räumte nun Bildungsminister Felipe Bulnes seinen Posten. Offiziell aus "persönlichen Gründen". Nach Medienberichten soll jedoch die harte Haltung der Regierung gegenüber den PotestiererInnen eine Rolle gespielt haben. Lange war Bulnes nicht im Amt. Sein Vorgänger, Joaquín Lavín, war erst im Juli zurückgetreten, nachdem ihm von Seiten der Studierenden vorgehalten worden war, persönlich zu sehr mit einer Privatuni verbandelt zu sein.

Sowohl in Argentinien als auch in Nicaragua konnten sich die beiden Amtsinhaber, Cristina Fernández de Kirchner und Daniel Ortega, bei den Präsidentschaftwahlen eine zweite Legislaturperiode sichern. Bei den Präsidentschaftswahlen in Guatemala konnte sich der Ex-General Otto Pérez Molina das Amt sichern, in Peru Ollanta Humala. Humala setzte sich in der Stichwahl gegen die Tochter des inhaftierten Ex-Diktators Alberto Fujimori, Keiko Fujimori, durch. Nachdem Humala lange Zeit als "Hoffnungsträger" für die sozialen Bewegungen und Gewerkschaften galt, regte sich in den letzten Wochen scharfe Kritik an der Regierung wegen einem milliardenschwerem Goldminen-Projekt, das die Regierung scheinbar mit aller Gewalt durchsetzen will.

Im April fand in Kuba der sechste Parteitag der regierenden Kommunistischen Partei Kubas (PCC) statt und stellte die Weichen für die weitere politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Dem Parteitag waren Monate der Diskussionen im ganzen Land vorangegangen. Reformvorhaben wurden verabschiedet, um das sozialistische Wirtschaftsmodell »zu aktualisieren«. Als neuer Parteivorsitzender wurde Raúl Castro gewählt.

Im kolumbianischen Bürgerkrieg zeichnet sich weiterhin kein Friedensprozess ab. Gesprächsangebote der FARC wies die Regierung immer wieder zurück. Am 4. November tötet die Armee den obersten FARC-Comandante Alfonso Cano. Nach dem Ende der Rengentschaft von Alvaro Uribe geht die Aufklärung der staatlich organisierten Ermordung von Zivilisten weiter voran. Jugendliche waren unter Vorspielung einen Job zu bekommen angeworben, hingerichtet und anschließend als im Kampf getötete Guerillakämpfer präsentiert worden. Auch die Überwachung von Oppositionspolitikern, Menschenrechtsanwälten und sozial Aktiven durch den mittlerweile aufgelösten Geheimdienst DAS gehen weiter. Im September erhielt der bekannte kolumbianische Journalist Hollman Morris den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis 2011 für sein Engagement und seine Berichterstattung über die vom Bürgerkrieg betoffenen Zivilisten.

In Sachen Aufarbeitung der Menschenrechtsverbrechen während der Militärdiktaturen konnten weitere Fortschritte gemacht werden.
So wurde in Uruguay das Amnestiegesetz anulliert. Verbrechen aus der Zeit der Militärdiktatur von 1973 bis 1985 können künftig geahndet werden. Im November unterzeichnete die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff abschließend zwei Gesetze. Eines, das die Einrichtung einer Wahrheitskommission, die Verbrechen und Vergehen des Staates von 1946 bis 1988 untersucht, also auch aus der Zeit der Diktatur, un ein anderes, welches Verschlussfristen für Akten mit der Klassifizierung "Streng geheim" auf höchstens 50 Jahre beschränkt. Was natürlich immer noch ein viel zu langer Zeitraum ist.
Bekannt wurde in diesem Jahr der Umfang einer Penicillin-Testreihe, die ein Ärzteteam aus den USA zwischen 1946 und 1948 in Guatemala durchführten. Circa 1300 Menschen wurden "zu Forschungszwecken" mit den Geschlechtskrankheiten Syphilis, Gonorrhöe und Ulcus molle infiziert. Soldaten, Prostituierte, Häftlinge, geistig behinderte Menschen und sogar Waisenkinder fungierten als unfreiwillige menschliche "Versuchskaninchen". Sie wurden weder über die Infektion noch über mögliche Folgen der Experimente informiert.

Zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben leidet Haiti noch immer unter den dramatischen Folgen. Mittlerweile ist das Land wieder aus dem Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit verschwunden. Während die meisten Häuser noch immer nicht wieder aufgebaut sind, wurden erste Industriegebiete eröffnet, wo sich multinationale Unternnehmen ansiedeln sollen und Swaetshops eröffnen sollen. Diese bieten Jobs ohne Rücksicht auf soziale Standards und zu mieser Bezahlung.

Der nachschLAg ist in Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog und erscheint immer freitags als unvollständiger Wochenenrückblick.

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Freitag, 30. Dezember 2011

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick


1LATEINAMERIKA
Jahresrückblick 2011: Der Kontinent emanzipiert sich von den USA. Soziale Kämpfe gehen weiter.

ARGENTINIEN
Bei der argentinischen Präsidentin Christina Fernández wurde bei einer Routineuntersuchung Schilddrüsenkrebs diagnostiziert.

BOLIVIEN
Die bolivianischen Behörden haben am Sonntagmorgen (Ortszeit) Luis Enrique Baraldini an Argentinien übergeben. Der ehemalige argentinische Offizier Baraldini wurde wegen Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur in Argentinien international gesucht.

In Bolivien hat ein indigener Marsch für den Bau der umstrittenen Nationalstraße durch das "Indigene Territorium Isiboro Secure" (TIPNIS) begonnen.

KOLUMBIEN
Kolum­biens ehe­ma­liger Frie­dens­kom­missar Luis Carlos Rest­repo wird sich im Januar wegen wider­recht­li­cher Aneig­nung, Betrugs, Ver­ab­re­dung einer Straftat und ille­galer Waf­fen­pro­duk­tion vor Gericht ver­ant­worten müssen.

Paramilitärs haben kürzlich drei Bauern der Friedensgemeinde San José de Apartadó im Nordwesten Kolumbiens getötet. Unter den Opfern befand sich auch eine Minderjährige, teilte die Gemeinde vergangene Woche in einem Kommuniqué mit.

KUBA
»Offizielle Mitteilung« über die Freilassung von 2900 Gefangenen in Kuba.

Unter der Bezeichnung “Redsocial” (Sozialnetz) hat Kuba seine eigene Version zum Erstellen und Betreiben sozialer Netzwerke ins Leben gerufen. Das Angebot richtet sich vor allem an Studierende und kann über das kubanische Intranet aufgerufen werden.

Die wirtschaftspolitischen Reformen in Kuba zeigen nach Ansicht des Staats- und Regierungschefs Raúl Castro erste Ergebnisse. Trotz der andauernden Weltwirtschaftskrise seien Ende 2011 "akzeptable" Ergebnisse erreicht worden.

Die Zahl der kubanischen Bürger, die einer individuellen Tätigkeit nachgehen, hat sich laut dem kubanischen Vizeminister für Arbeit und Soziales, Jose Barreiro Alonso, im Laufe des vergangenen Jahres auf mehr als das Doppelte erhöht.

In Kuba hat die Ras­sis­mus­de­batte das Par­la­ment erreicht. So beschäf­tigte sich ein Aus­schuss am 23. Dezember erst­mals mit dem Thema. Auch wird sich die Natio­nal­kon­fe­renz der regie­renden Kommu­nis­ti­schen Partei in Kürze des seit Jahr­zehnten über­fäl­ligen Problems annehmen.

MEXIKO
Mexikos Parteien befinden sich seit vergangenem Sonntag offiziell im Vorwahlkampf für die Präsidentschaftswahl am 1. Juli kommenden Jahres.

VENEZUELA
Tausende neu ausgebildete Mediziner stärken das kostenlose Gesundheitssystem Venezuelas.

Die venezolanische Generalstaatsanwaltschaft lehnt die Auslieferung des als "Sänger der FARC" bekannten Guillermo Enrique Torres alias Julián Conrado nach Kolumbien ab.

VORSCHLAG
Seit gestern läuft Und dann der Regen (Y la lluvia también) in den Kinos:


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Freitag, 23. Dezember 2011

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick


1ARGENTINIEN
Vor zehn Jahren legte Argentinien einen veritablen Staatsbankrott hin. Erst mit dem Amtsantritt des Präsidenten Néstor Kirchner im Mai 2003stabilisierte sich die Lage. In der seither andauernden Ära des »Kirchnerismo« legte Argentinien Wachstumsraten in chinesischen Dimensionen vor.

Insgesamt 130 Fotografien, die zur Aufklärung der sogenannten Todesflüge im Zuge der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) beitragen könnten, wurden jetzt von der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) an die argentinische Justiz übergeben.

BOLIVIEN
Hunderttausende Kinder und Jugendliche in Bolivien arbeiten. Die Union der Kinderarbeiter fordert jetzt ihre soziale und politische Anerkennung und das Recht auf Bildung. Ihr Gesetz soll ins Parlament eingebracht werden.

CHILE
Chile ist nach Aussagen seines Verteidigungsministers Andrés Allamand auf einen möglichen Grenzkonflikt mit den Nachbarländern Bolivien und Peru militärisch vorbereitet.

Pinochet-Jurist: Die jüngste Wahl des bekannten Juristen Rubén Ballesteros zum neuen Präsidenten des Obersten Gerichtes hat in Chile zu einem lauten Aufschrei bei Menschenrechtsorganisationen geführt.

ECUADOR
Die Nachbarländer Ecuador und Kolumbien haben am Montag auf höchster Ebene die Wiederherstellung ihrer bilateralen Beziehungen bekräftigt.

KOLUMBIEN
Ein Guerilla-Anschlag gegen einen Güterzug hat Kolumbiens Kohleexport lahmgelegt. Bei der Explosion eines Sprengsatzes entgleiste ein Zug auf der Strecke von El Cerrejón nach Puerto Bolívar, wo die Produktion des grössten Kohletagebaus der Welt verschifft wird.

MEXIKO
Mit einem zweitägigen Gedenkmarsch erinnert die Organisation „Las Abejas“ in diesen Tagen an das Massaker von Acteal (Bundesstaat Chiapas) vor 14 Jahren. Am 22. Dezember 1997 hatten Paramilitärs in Acteal mit Maschinengewehren 45 Tzotzil-Indigene niedergemetzelt, die in einer Kirche beteten

NICARAGUA
Nicaragua ist zur Zeit das einzige zentralamerikanische Land, dass sich den Zielen des Welternährungsgipfels und dem Millenniumsentwicklungsziel zur Bekämpfung der Unterernährung nähert.

PERU
The once-imprisoned U.S. activist Lori Berenson will be allowed to travel to New York City to spend the holidays with her toddler son for the first time since her arrest in 1995.

Die Familie des ehemaligen Machthabers Alberto Fujimori will nach Weihnachten seine Begnadigung erreichen. Er wurde unter anderem wegen Korruption zu 25 Jahren Haft verurteilt.

VENEZUELA
Mercosur-Gipfeltreffen verweist Lösung des Beitritts Venezuelas an Sonderausschuss.

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Ich kann das irgendwie...
Ich kann das irgendwie nicht einordnen, ist das jetzt...
Gibriam (Gast) - 2. Februar, 17:16
mas socialista?
Im Bild: Sein ökonomisches Modell aktualisieren,...
nesta (Gast) - 10. Januar, 22:13
peinlich.... *kennt man...
peinlich.... *kennt man dieses gefühl eigentlich...
rosmarin - 6. Januar, 01:49

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