In Erinnerung an Carlo Giuliani
redblog - 20. Juli, 00:01 - Politik
Im Juni 2001 protestierte zehntausende Menschen gegen die neoliberale Politik der G8-Staaten in Genua, wo das jährliche Gipfeltreffen unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen stattfand.
Die Proteste wurden vom staatlichen Repressionsapparat niedergeknüppelt, die Diaz-Schule, wo sich das alternative Medienzentrum befand, wurde gestürmt und im Gefängnis Bolzaneto gefoltert. Im Gedächtnis vieler blieb jedoch vor allem ein Ereignis hängen:
Am 20. Juli wurde der italienische Aktivist Carlo Giuliani erschoßen.
Was passierte auf der Piazza Alimonda?
Giuliano Giuliani ist der Vater von Carlo. Er rekonstruiert in der Dokumentation die letzten Minuten des Geschehens und widerlegt die offizielle Darstellung der Staatsanwaltschaft anhand von Fotos und Videosequenzen, die in dem Ermittlungsverfahren gegen den vermeintlichen Schützen verwendet wurden. Das Verfahren wurde inzwischen eingestellt, der angebliche Todesschütze wegen Notwehr freigesprochen.
Der Film ist aber nicht nur der Versuch einer detaillierten Rekonstruktion der Todesumstände seines Sohnes. Er ist gleichzeitig eine Anklage gegen Polizei und Justiz, die mit allen Mitteln versucht haben, die Sicherheitskräfte von jeder
Verantwortung für Carlos Tod freizusprechen.
Dokumentarfilm, Produced by Comitato Piazza Carlo Giuliani, ARCI, 35 Minuten
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