Propaganda statt Bildungsauftrag
dontbelievethehype - 9. April, 01:15 - Politik
Passend zum allgemeinen medialen Echo nach dem Anschlag auf einen Bundeswehr-Konvoi letzte Woche, zieht nun auch das ZDF mit einer Doku zum Einsatz in Afghanistan nach.
Auch wenn der Titel "Die Afghanistan-Lüge - die Soldaten, die Politik und der Krieg" auf eine investigative, kritische Reportage hoffen lässt, stellt sich doch sehr schnell Ernüchterung ein...
Denn was die ZDF-Belegschaft um Mathis Feldhoff, Uli (Noch drei solche -Tankwagen- Angriffe, dann hätten wir das Taliban Problem in Kundus gelöst) Gack und Andreas Huppert aus dem Land am Hindukush mitgebracht haben, steht einem waschechten Bundeswehr Werbevideo -auch ohne eisernes Kreuz im Einspieler- in Nichts nach.
Egal ob im Gefecht, vor schwerem Gerät, im familiären Kreis der Soldaten oder in bester Aufbauhelfer-Manier vor glücklichen afghanischen Schulkindern, das ZDF-Mikro steht immer für einen Kommentar seitens der Truppe bereit.
Doch nicht nur Rekruten kommen zu Wort, auch unserem adligen Kriegsminister wir ausreichend Redezeit gewährt, um seine Sicht der Dinge unters ungebildete Volk zu bringen.
"zunächst einmal zu erklären..." lautet seine Strategie im Umgang mit der uninformierten Öffentlichkeit.
Der ZDF Kommentar unterstreicht dies stellenweise sogar noch: Aufmunternde Worte, die bei der Truppe gut ankommen, doch in der Gesellschaft fast ungehört verhallen.
Zu Guttenberg bemüht sich um Klartext, doch Soldaten mit Kampfauftrag erfahren wenig Unterstützung...
...die deutsche Gesellschaft tut sich schwer mit ihrem Militär.Auch wenn sich der Film immer wieder den Anschein gibt, eine kritische Position zum Bundeswehr Einsatz in Afghanistan einzunehmen, bleibt doch letztendlich die Kernaussage, die auch in sämtlichen Mainstream Medien aufgegriffen wurde: Deutschland ist im Krieg angekommen, was noch fehlt ist ein adäquate Ausrüstung. -->
Guttenbergs Credo: Die Bundeswehr reformieren, effizienter machen! - Donald Rumsfeld lässt grüssen...
Wohin die Reise in Zukunft geht, lies diese Woche der designierte FDP Wehrbeauftragte Königshaus durchblicken: Wer in das Kanonenrohr eines Leopard 2 schaut, überlegt sich zweimal, ob er eine deutsche Patrouille angreift! Noch vor knapp 10Jahren wäre bei deutscher Beteiligung an einem Kriegseinsatz ein Aufschrei durch die Gesellschaft gegangen, heute wird gerade von Seiten der Mainstream-Presse kaum noch kritisch hinterfragt, der Krieg ist längst in den Wohnzimmern angekommen; wird dort in bester Fox-News Manier medial inszeniert.
Das Volk gewöhnt sich langsam an den "Aufbauhelfer in Uniform", der nächste Bündnisfall kann kommen!
Auch wenn der Titel "Die Afghanistan-Lüge - die Soldaten, die Politik und der Krieg" auf eine investigative, kritische Reportage hoffen lässt, stellt sich doch sehr schnell Ernüchterung ein...
Denn was die ZDF-Belegschaft um Mathis Feldhoff, Uli (Noch drei solche -Tankwagen- Angriffe, dann hätten wir das Taliban Problem in Kundus gelöst) Gack und Andreas Huppert aus dem Land am Hindukush mitgebracht haben, steht einem waschechten Bundeswehr Werbevideo -auch ohne eisernes Kreuz im Einspieler- in Nichts nach.
Egal ob im Gefecht, vor schwerem Gerät, im familiären Kreis der Soldaten oder in bester Aufbauhelfer-Manier vor glücklichen afghanischen Schulkindern, das ZDF-Mikro steht immer für einen Kommentar seitens der Truppe bereit.
Doch nicht nur Rekruten kommen zu Wort, auch unserem adligen Kriegsminister wir ausreichend Redezeit gewährt, um seine Sicht der Dinge unters ungebildete Volk zu bringen.
"zunächst einmal zu erklären..." lautet seine Strategie im Umgang mit der uninformierten Öffentlichkeit.
Der ZDF Kommentar unterstreicht dies stellenweise sogar noch: Aufmunternde Worte, die bei der Truppe gut ankommen, doch in der Gesellschaft fast ungehört verhallen.
Zu Guttenberg bemüht sich um Klartext, doch Soldaten mit Kampfauftrag erfahren wenig Unterstützung...
...die deutsche Gesellschaft tut sich schwer mit ihrem Militär.Auch wenn sich der Film immer wieder den Anschein gibt, eine kritische Position zum Bundeswehr Einsatz in Afghanistan einzunehmen, bleibt doch letztendlich die Kernaussage, die auch in sämtlichen Mainstream Medien aufgegriffen wurde: Deutschland ist im Krieg angekommen, was noch fehlt ist ein adäquate Ausrüstung. -->
Guttenbergs Credo: Die Bundeswehr reformieren, effizienter machen! - Donald Rumsfeld lässt grüssen...
Wohin die Reise in Zukunft geht, lies diese Woche der designierte FDP Wehrbeauftragte Königshaus durchblicken: Wer in das Kanonenrohr eines Leopard 2 schaut, überlegt sich zweimal, ob er eine deutsche Patrouille angreift! Noch vor knapp 10Jahren wäre bei deutscher Beteiligung an einem Kriegseinsatz ein Aufschrei durch die Gesellschaft gegangen, heute wird gerade von Seiten der Mainstream-Presse kaum noch kritisch hinterfragt, der Krieg ist längst in den Wohnzimmern angekommen; wird dort in bester Fox-News Manier medial inszeniert.
Das Volk gewöhnt sich langsam an den "Aufbauhelfer in Uniform", der nächste Bündnisfall kann kommen!
1 Kommentar - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
jucumari (Gast) - 9. April, 11:32
Kolonialismus reloaded
Wie sich die Dokus im ZDF doch ähneln: am 6.4. wurden die deutschen Kolonialherren in "Kopfjagd in Ostafrika" als "Entwicklungshelfer in Uniform" verklärt. Einen Tag später sind die Besetzer in Afghanistan plötzlich "Aufbauhelfer in Uniform".























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