Der Titel ist Programm
redblog - 20. Januar, 07:07 - Lateinamerika
Viel FARC, etwas Escobar und ein demokratischer Rechtsstaat, das ist das Bild, welches der ARD-Korrespondent Stefan Schaaf in seinem am Sonntag ausgestrahlten Beitrag vermittelte. Schaaf, der das ARD-Studio in Mexiko-Stadt leitet, zeigt eben jenes einseitige Kolumbien-Bild, das die bürgerlichen Medien hierzulande gern vermitteln.Seinen Film mit dem Titel "Terror in Kolumbien. Von Geiseln und Rebellen" beginnt er mit der Befreiung Ingrid Betancourts aus den Händen der FARC. Kein Wort über den dabei verursachten Bruch der Genfer Konvention durch die kolumbianische Armee. Vielmehr zeigt Schaaf den Zuschauern ein deutlich positives Bild des kolumbianischen Präsidenten, der für die Befreiung der kolumbianisch-französischen Politikern verantwortlich zeichnete. Kein Wort über die rechtsextreme Politik Uribes, kein Wort über die Verbindung zwischen Uribes Politik und den Paramilitärs. Paramilitärs werden nur kurz mal erwähnt und dann auch nur als die Gegenspieler der Guerilla. Mit keinem Wort erwähnt Schaaf die Opfer der staatlichen Gewaltpolitik: Gewerkschafter, linke Oppositionelle, die von der Regierung gerne als Guerilleros bezeichnet und stigmatisiert werden.
Mit diesem Beitrag machte Schaaf deutlich, dass er sein Gehalt verdient hat, im Sinne einer regierungsfreundlichen Berichterstattung.
Weitere Sendetermine auf Phoenix:
24.01.09, 11.00 Uhr Ι So, 25.01.09, 07.30 Uhr Ι So, 25.01.09, 18.00 Uhr
Ein deutlich anders Kolumbien-Bild lieferte Renate Werner direkt im Anschluß in ihrer Dokumentation "Kein Brot für Öl". Dort wurden staatlich gebilligte Vertreibungen von Kleinbauern, die Ermordung eben jener durch rechte Paramilitärs und oppositionelle Politiker erwähnt. Dieser Beitrag wird jedoch nicht wiederholt.
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