Mittwoch, 2. Juli 2008

Gesucht: Kriegsgrund gegen den Iran


Gestern zitierte die "junge Welt" Seymour Hersh in seinem Artikel "Preparing the Battlefield: The Bush Administration steps up its secret moves against Iran." Laut Hersh hat die US Regierung ihre Aktivitäten im Iran ausgeweitet, nachdem sie Ende vergangenes Jahr vom US Kongreß 400 Mio. $ zur Verstärkung ihrer subversiven Tätigkeiten bewilligt bekam. Hersh wurde bei "Democracy Now" sowie auf CNN zu seinen Untersuchungen anläßlich des Kongreßbeschlusses interviewt, der der "lahmen Ente" Bush Rückenwind verlieh. Mit dem Beschluß des Kongresses wurde zugleich deutlich, daß gegenüber dem "Friedenswillen" staatlicher Institutionen weder in den USA noch in Deutschland irgendwelches Vertrauen gesetzt werden kann.

Der Beschluß beinhaltet neben "verdeckten Operationen" auch die Ermordung von Regierungsmitgliedern, auch innerhalb Irans, worüber es laut Hersh zwar noch einige Unstimmigkeiten zwischen dem U.S. Militär und der C.I.A. gibt. Cheney's Vorgaben zur "Schaffung eines Kriegsgrundes" gegenüber sind diese jedoch nur untergeordneter Natur. Laut Hersh sind diese Operationen vielmehr bereits Bestandteil dieses Angriffs.

Das Friedensbündnis "World can't wait" stellte fest, daß seit über hundert Jahren die Kontrolle über den mittleren Osten entscheidend für die globale Hegemonie ist. Neben der militärisch wie wirtschaftlich bedeutenden geopolitischen Lage beherbergt die Region bekanntlich 60% der Energieressourcen. Um hier die dominante Rolle zu erhalten ist nicht nur der US Imperialismus bereit, alles zu riskieren "durch Staatsstreiche, militärische Aktionen unterschiedlichen Niveaus, Unterstützung reaktionärer Regimes und Tyrannen..."

Ken Theisen entlarvt in seinem Artikel: "The Bush Regime Prepares for War on Iran - What Will You Do to Stop It?" die Forderung, "den Iranern die Nukleartechnologie aus den Händen zu schlagen" nur der Vorwand für einen bevorstehenden Angriff auf den Iran ist. Wie bei der Vorbereitung des Krieges gegen den Irak bilden auch hier wieder die bekannten "weapons of mass destruction" einen Kernbestandteil der psychologischen Kriegsvorbereitung. Ausgerechnet von der Macht, die über die weltweit größten ABC Waffenbestände verfügt und Atomwaffen mit den Abwürfen über Hiroshima und Nagasaki auch tatsächlich zum Einsatz brachte.

Die psychologische Kriegsvorbereitung ist indes nicht nur in den USA ein allgegenwärtiger Bestandteil der Medienwelt. So mußte jahrelang ein angebliches Zitat des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, nachdem dieser "Israel von der Landkarte tilgen wolle", für die Kriegstreiberei herhalten. Erst kürzlich ruderten in dieser Frage einige Medienverantwortliche zurück, nachdem beispielsweise die arbeiterfotografie ausführlich nachgewiesen hatte, daß es sich bei dem Zitat um eine wissentliche Falschübersetzung handelte.

Gleich welcher Kriegsgrund als Vorwand dient - jeder geplante Krieg richtet sich gegen die iranische Bevölkerung und damit auch gegen jede demokratische Oppostion, die als einzige berechtigt wäre, sich gegen das iranische Regime zu richten.

Gerade auch wegen der Gefahr eines "nuklearen Holocausts" fordert die - hierzulande fast völlig aus der Medienberichterstattung ausgeblendete US Friedensbewegung - weltweit den Widerstand und Protest zu entwickeln. Dem Protest schlossen sich bislang auch 32 Bürgermeister in den USA an. Bislang  rufen 325 Gemeinden ähnlich wie 2003, als in den USA 170 Städte und Gemeinden aus Protest gegen den Irakkrieg, zum sofortigen Abzug aller US - Truppen aus dem Irak auf.

In Deutschland plant die Friedensbewegung über den Antikriegstag am 1. September 2008 hinaus die Proteste vor allem gegen die Verstärkung des "Engagements" deutscher Truppen in Afghanistan zu verstärken. Dazu sind am 20. September jeweils in Stuttgart und Berlin große Friedensdemonstrationen geplant.

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