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Montag, 21. April 2008

Historischer Sieg: Lugo, Presidente


Klar ist, die Wahl von Fernando Lugo beendet nach 61 Jahren die Regierungszeit der konservativen Colorados in Paraguay. Mit einem deutlichem Vorsprung von 10 Prozentpunkten wurde der ehemalige Bischof und Befreiungstheologe bereits bei einem Auszählungsstand von 92 % vom Wahlrat zum Sieger erklärt.



Blanca Ovelar, Kandidatin der Colorados und ehemalige Bildungsministerin, gestand ihre Niederlage bereits ein. In Umfragen vor der Wahl lagen Lugo und Ovelar dicht beieinander.


Lugo bei der Stimmabgabe

Nach Angaben des Wahlbeobachter blieb es bis auf Einzelfälle ruhig. Im Vorfeld der Wahlen waren von verschiedenen Seiten Befürchtungen laut geworden, es könnte zu Fälschungen kommen. Die Leiterin der OAS-Beobachterkomission, María Emma Mejía, lobte die hohe Beteiligung an der Wahl. Trotz Wahlpflicht gingen rund 66 % wählen, das wäre die höchste bei einer Präsidentschaftswahl seit dem Ende der 35-jährigen Militärherrschaft von General Alfredo Stroessner.

TeleSUR über die ersten Zahlen und die erste Reaktion von Lugo


Link:
- T.S.J.E. Wahlbehörde

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Werner Dörr (Gast) - 21. April, 22:16

Der Machtübergang in Paraguay muß auch gewährleistet werden

Die Wahl hat Lugo gewonnen, aber die Colorado-Partei ist bekannt für ihre schmutzigen Tricks. Es bedarf nicht zuletzt der Aufmerksamkeit des Auslands, um sicherzustellen, dass Fernando Lugo sein Amt auch tatsächlich antreten kann und nicht vorher noch auf die eine oder andere Weise „beseitigt“ wird. Dem jetzigen Präsidenten Duarte kann man nach den Ausfällen gegen Lugo in den letzten Monaten und seiner von Medien in Paraguay (ABC Digital) zitierten Äußerung „Wenn wir die Macht verlieren, gehen wir alle ins Gefängnis“ überhaupt nicht trauen. Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesrepublik Deutschland und die EU politischen Druck zugunsten des friedlichen Machtübergangs ausüben und sodann Fernando Lugo in seiner schweren Aufgabe unterstützen, Paraguay von der dort geradezu „endemischen“ Korruption und Ausbeutung der Armen wegzuführen, eine echte Demokratisierung einzuleiten und die Grundlagen eines Sozialstaates zu legen, der Lugo vorschwebt. Schwer genug, in neoliberalen Zeiten- aber Paraguay hat das noch nachzuholen, was hierzulande längst abgebaut wird, und es sollte diese Chance nutzen dürfen. Fernando Lugo hat einen sozialrevolutionären Traum, hoffen wir für ihn und für Paraguay, dass er davon etwas verwirklichen darf!

Werner Dörr, Politikwissenschaft, Universität Koblenz


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