Bahn bleibt stur


Seit November rollt der Zug der Erinnerung durch Deutschland, auf eben jenen Strecken, auf denen bereits die Deutsche Reichsbahn die Kindertransporte in die Konzentrationslager durchführte.



Von Sonntag bis zum 22. April macht der Zug der Erinnerung Halt in Berlin. Seit Monaten gibt es einen Streit zwischen den Organisatoren und der Bahn, die für die Nutzung der Schienen und Bahnhöfe über 100.000 Euro verlangt. Zusätzlich gab und gibt es in zahlreichen Städten Streit um die Haltepunkte der rollenden Ausstellung. Die Bahn läßt nichts unversucht, die Ausstellung an zentralen und wichtigen Bahnhöfen zu verhindern. So auch in Berlin.
Eigentlich hatten die Organisatoren geplant, auch am neuen Hauptbahnhof der Hauptstadt einen Halt einzulegen. Dagegen sperrt sich die Bahn vehement. Erst am Dienstag Nachmittag erlaubte sie den Halt des Zuges am ehemaligen Deportationsbahnhof Berlin-Grunewald. Hieß es vorher aus dem Hause der DB ein Halt sei aus "technischen Gründen" nicht möglich, mußte sie Stunden später zugeben, daß die Voraussetzungen durchaus gegeben seien und ein Halt möglich ist.

Kritik über das arrogante Verhalten der Bahn regt sich nicht nur bei den Organisatoren und Besuchern der Ausstellung. Politiker aller Bundestagsfraktionen richteten eindringliche Appelle an Bahnchef Mehdorn, dem Possenspiel endlich ein Ende zu bereiten.
Welche Probleme die Bahn mit der Geschichte hat, zeigte sich bereits bei der von Beate Klarsfeld organisierten Ausstellung zur Deportation von Kindern durch die Bahn.

Bevor der Zug am Sonntag in Berlin zu besichtigen ist, wird es am Vorabend um 18 Uhr am Brandenburger Tor eine Gedenkveranstaltung geben. Ein Schweigemarsch führt anschließend von dort zum Potsdamer Platz zur dortigen Bahnzentrale. Während der Veranstaltung sollen 4.646 Kerzen mit Namensschildern bekannter deportierter ermordeter und verschollener Kinder im Alter von einem bis zwanzig Jahren gegen kleine Spenden verteilt werden. Diese sollen auf dem Potsdamer Platz gestellt und angezündet werden. Eine größere Kerze wird dort symbolisch für alle unbekannten Opfer der Deportationen brennen. Neben dem Gedenken an die Deportierten soll auf diese Weise gegen die Haltung der Deutschen Bahn AG protestiert werden. Als Erbe des "Sondervermögens Deutsche Reichsbahn" will diese offensichtlich nun ein weiteres Mal an den früheren Deportationen verdienen – diesmal am Gedenken an die damaligen Opfer und an der Erinnerung an die Täter. Der Erlös der "Kerzenaktion" wird der bundesweiten Initiative "Zug der Erinnerung" zur Begleichung der Rechnungen zur Verfügung gestellt.

Zug der Erinnerung in Berlin
13. bis 22. April
Geplante Bahnhöfe:
+ Grunewald (ehem. Deportationsbahnhof)
+ Westhafen (ehem. Deportationsbahnhof)
+ Berlin Mitte (zentraler Bahnhof, Hauptbahnhof o. Alexanderplatz)
+ Lichtenberg
+ Schöneweide

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Was politisch korrekt ist oder nicht will ich nicht...
Ingo Dittmann (Gast) - 21. April, 15:41
Chemnitz, diese Nazinest,...
Chemnitz, diese Nazinest, hat ja keine anderen Probleme.
Gibriam (Gast) - 19. April, 19:44
Contra
Mir hat die Dokumentation einen sehr guten Einblick...
- (Gast) - 1. April, 01:21

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