Mittwoch, 12. März 2008

Onlinedemo in wessen Sinne?


Heute ruft die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) zu einer Onlinedemo gegen Internetzensur auf. "Die 24 Stunden beginnen um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Interessierte können auf www.rsf.org, der internationalen Seite von Reporter ohne Grenzen, eine eigene virtuelle Figur erstellen und an einer der neun Online-Demonstrationen teilnehmen. Diese finden außer in China und Kuba in Ägypten, Burma, Eritrea, Nordkorea, Tunesien, Turkmenistan und Vietnam statt. In diesen Ländern ist die Meinungsfreiheit im Internet bzw. der Zugang zum Internet massiv eingeschränkt." Die Organisation steht jedoch unter massiver Kritik, die im Mainstream konsequent verschwiegen wird. Dabei geht es unter anderem um die Finanzierung der ROG. Der Haushalt der Organisation betrug 2006 4 Millionen US-Dollar. Davon stammen 57 % aus dem Verkauf eigener Publikationen, 24 % von Institutionen, Unternehmen und Stiftungen. Zu diesen Geldgebern zählen neben dem National Endowment for Democracy (NED) auch das Center for a Free Cuba (CFC). Offiziell gelten beide Organisationen als Nichtregierungsorganisationen, jedoch nur auf den ersten Blick. Das NED wurde erstmals 1982 unter Präsident Reagan gefördert und soll "die Demokratie fördern". Einen Großteil des Geldes wird vom US-Außenministerium gegeben, somit ist auch wenig verwunderlich, daß das NED ein zentrales Instrument US-amerikanischer Außenpolitik ist. Das Center for a Free Cuba agiert ebenfalls offiziell als Non-Profit-Organisation und setzt sich für die Menschenrechte und einen "demokratischen Wandel" in Kuba ein. Leiter des CFC ist der in Kuba geborene Frank Calzón, ein einschlägig bekannter CIA-Agent und ehemaliger Söldner der paramilitärischen Gruppe Alpha66, die in den 60er und 70er Jahren zahlreiche Anschläge in Kuba vornahm. Auch Otto Juan Reich gehört zum Umfeld des CFC, in den 80er Jahren spielte Reich eine zentrale Rolle in der aggressiven US-Politik gegen das sandinistische Nicaragua.

In seiner Arbeit konzentriert sich ROG vor allem auf Länder wie China, Kuba, Weißrussland, Russland. Währenddessen wird gegenüber westlichen Staaten eine deutlich unkritischere Haltung eingenommen. So finden sich weder auf den Internetseiten der deutschen Sektion, noch auf den Seiten der französischen Mutterorganisation, Informationen zu dem seit 1981 inhaftierten US-Journalisten Mumia Abu-Jamal. Auch kein Problem hat ROG scheinbar mit der Abschaltung von Internetseiten zu und über Kuba durch US-Behörden.

Auf der Internetseite der französischen Mutterorganisation prangt auch Werbung, die durch den "international führenden" Onlinevermarkter ADTECH vermarktet wird. Aufrufe wie der zur Onlinedemo, der Dank der Beachtung von RGO durch die Mainstreammedien, helfen natürlich auch ordentlich die Klickrate zu steigern und damit sicherlich auch der Werbeeinnahmen.

Links zum Thema:
redblog: In wessen Auftrag? (1.8.2007)
telepolis: Reporter ohne Grenzen im Dienste des US-Außenministeriums? (8.5.2005)
Wikipedia: Reporter ohne Grenzen

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D. Schramm (anonym) - 12. März, 22:17

Alles schlecht machen?

Warum gibt es so viele Leute, die alles immer Schlecht machen? Was ist denn schlimm, wenn eine Organisation gegen Zensur was macht. Und wenn man dann noch das mit der Finanzierung verbindet, das ist doch typisch.
Schämen Sie sich für diesen Schmierenartikel.

Minekl (anonym) - 12. März, 22:27

Dem schließe ich mich an, wann ich das hier lese, wird mir schlecht. Sie sollten sich mal die Menschenrechtsberichten von Amnesti International und der IFGM durchlesen, bevor Sie hier herzumhetzen!
tommegg (anonym) - 13. März, 16:01

Klappe halten

ihr heulsusen. kaum weist mal jemand euren helden interessen nach, die so gar nicht zum heroischen einsatz gegen internetzensur passen, werdet ihr ausfallend. nun, das kann ich auch. der artikel legt aus meiner sicht korrekt dar, das die ROG alles andere als vertrauenswürdig sind. solcherlei "gemschmiere" solltet ihr verdammtes zensorenpack aushalten können.

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