Progressives Fernsehen im Web


Nahezu täglich nimmt das Informationsangebot im Fernsehen ab. Selbst die Öffentlich-Rechtlichen setzten zunehmend auf Infotainment statt auf Information. Kritische Magazine werden gekürzt, kritische Sendungen und Dokumentationen laufen, wenn überhaupt noch, fast nur nachts. Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Alternativen für Informationen mit "Bewegtbilder", wie es so schön im Internetdeutsch heißt.

An deutschsprachigen Seiten ist hier vor allem kanal b zu empfehlen. Neben den aktuellen Ausgaben, die als DVD bestellt oder als MPEG-Dateien runtergeladen werden können, bielete kanalb aktuelle Videoclips und Berichte zu Demos, Aktionen sowie Interviews zu politsichen Themen.

Englischsprachige Internetseite mit regelmäßigen Videoangeboten gibt es mehr. Zu nennen ist hier als erstes Democracy Now! (DN!), die wochentäglich eine einstündige TV- und Radionachrichtensendung anbieten. Im Fokus stehen bei DN! neben der aktuellen US-amerikanischen Innen- und Außenpolitik auch die aktuellen Entwicklungen in Lateinamerika. Dies Sendungen lassen sich als Audio- und Videopodcast abonnieren. Democracy Now! wurde 1996 in New York gegründet, arbeitet unabhängig und finanziert sich über Spenden. Mittlerweile werden die Nachrichten von mehr als 650 Radio- und TV-Stationen in den USA ausgestrahlt.

Free Speech TV ist ein internationaler Satellitensender, der 1995 in Denver (USA), gegründet worden ist. Der Sender strahlt verschiedene Nachrichtensendungen aus, darunter auch Democracy Now!. Auf der Internetseite können zahlreiche aktuelle Videos abgerufen werden.

Ebenso empfehlenswert wie DN! ist das in Kanada ansässige The Real News Network. Über die Internetseite www.therealnews.com werden täglich kurze Filmbeiträge veröffentlicht, vor allem zur nordamerikanischen, aber auch internationalen Politik. Gestartet 2007 als Teil des Projektes International World Television wird The Real News peu á peu weiter ausgebaut. Und, man hat noch viel vor in Toronto, man darf gespannt bleiben. Die Videos lassen sich auch über RSS abonnieren, zusätzlich verbreitet der Kanal seine Filme über einen eigenen Youtube-Channel. Die Finanzierung erfolgt ebenso über Spenden.

Auch für die Lateinamerika-Interessierten gibt es im Internet reichlich "Bewegtbilder". Zu nenen ist viel als erstes TeleSUR. Der multinationale Fernsehsender, der von Venezuela, Bolivien, Ecuador, Brasilien, Argentinien, Kuba, Uruguay und Nicaragua betrieben wird, biete auf seiner Internetseite reichlich Informationen und Filme. Neben den aktuellen Nachrichtensendungen (TeleSUR Noticias, TeleSUR Noticias Portugués und En Vivo desde el SUR) werden die Dokureihe Reportajes TeleSUR und die internationale Taklsendung Mesa Redonda Internacional zum Anschauen angeboten.
Zusätzlich sind zu einzelnen Meldungen die dazugehörigen Videos aus den Nachrichtensendungen online abrufbar. TeleSUR kann via Livestream geschaut werden und ist in Europa via Astra zu empfangen.

Die argentinische Nachrichtenagentur Argenpress stellt neben aktuellen Videos eine Reihe von Dokumentationen über Lateinamerika und den Kampf der sozialen Bewegungen zur Verfügung, wie zum Beispiel eine halbstündige Dokumentation über das Kollektiv des Hotel Bauen in Buenos Aires.

Mitte 2007 startete die baskische Solidaritätsorganisation EUSKADI-CUBA die Internetplattform cubainformación.tv. Das alternative Medienprojekt in spanisch besteht aus vier Teilen: Internet-TV, Radiosendungen, einer Zeitschrift und einem Nachrichtenportal und will damit die mediale Blockade von Nachrichten aus Kuba durchbrechen.

Beim alternativen chilenischen Videoportal Canal 6 können vor allem Videos über soziale Proteste, so u.a. über die Schülerproteste der letzten Jahre, geschaut werden. Das argentinische Videoportal AgoraTV bietet reichlich Videomaterial über soziale Kämpfe in Argentinien und Lateinamerika. Das Material ist gut nach Themen sortiert.

Zudem sind Cubavisión Internacional, der venezolanische Kultur- und Bildungssender VIVE und der Basissender Catia TV über Internet zu empfangen.

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