Kein Aufschrei nach Radioschließung
redblog - 23. September, 12:08 - Lateinamerika
Als es um die Nichtverlängerung der Sendelizenz für die terrestrische Ausstrahlung des venezolanischen Fernsehsenders RCTV ging, brüllten sie laut "Pressefreiheit, Pressefreiheit." Von Slomka (hier und hier) bis IGFM, von Pontius bis Pilatus, sahen darin die endgültige Abschaffung der Pressefreiheit in dem südamerikansichen Land.
Nahezu unbemerkt schloß die peruanische Regierung am 13. September 2007 die Radiostation Radio Orión in Pisco. Bisher hat sich keiner der "Vorkämpfer für die Pressefreiheit" zu Wort gemeldet.
In den frühen Morgenstunden des 13. Septembers stürmten 100 Polizisten die Wohnung des Radiomachers Eloy Yong Meza, in der sich auch das Studios von Radio Orión befindet. Sämtliche Anlage, die zur Ausstrahlung nötig sind, wurden abtransportiert. Die Regierung verwies darauf, daß Radio Orión "illegal" sende, da in den letzten vier Jahren kein Geld für die Sendelizenz gezahlt worden sei. Außerdem habe der die Bevölkerung von Pisco zu Protesten gegen die Regierung aufgerufen.
Der Eigentümer sieht einen ganz anderen Grund in der Schließung. So habe er mit seiner kritischen Berichterstattung über das katastrophale Krisenmanagment nach dem Erdbeben etlichen Amtsträger brüskiert.
Bei dem Erdbeben am 15. August wurden nahezu 80 % von Pisco zerstörrt.
Von Schwierigkeiten berichten auch die Macher vom Radio Cutivalú. Seit dem man die Ausstrahlung eines Werbespots des Ernegier- und Bergbauministeriums abgelehnt habe, erhielt der Radiodirektor Rodolfo Aquino Drohungen per Telefon und E-Mail.
Die Regierung wollte für die Ausbeutung neuer Erzvorkommen werben, die Redaktion war mit Teilen des Spots nicht einverstanden.
Wo bleibt der Aufschrei? Er wird nicht kommen, ganz sicher nicht.
Nahezu unbemerkt schloß die peruanische Regierung am 13. September 2007 die Radiostation Radio Orión in Pisco. Bisher hat sich keiner der "Vorkämpfer für die Pressefreiheit" zu Wort gemeldet.
In den frühen Morgenstunden des 13. Septembers stürmten 100 Polizisten die Wohnung des Radiomachers Eloy Yong Meza, in der sich auch das Studios von Radio Orión befindet. Sämtliche Anlage, die zur Ausstrahlung nötig sind, wurden abtransportiert. Die Regierung verwies darauf, daß Radio Orión "illegal" sende, da in den letzten vier Jahren kein Geld für die Sendelizenz gezahlt worden sei. Außerdem habe der die Bevölkerung von Pisco zu Protesten gegen die Regierung aufgerufen.
Der Eigentümer sieht einen ganz anderen Grund in der Schließung. So habe er mit seiner kritischen Berichterstattung über das katastrophale Krisenmanagment nach dem Erdbeben etlichen Amtsträger brüskiert.
Bei dem Erdbeben am 15. August wurden nahezu 80 % von Pisco zerstörrt.
Von Schwierigkeiten berichten auch die Macher vom Radio Cutivalú. Seit dem man die Ausstrahlung eines Werbespots des Ernegier- und Bergbauministeriums abgelehnt habe, erhielt der Radiodirektor Rodolfo Aquino Drohungen per Telefon und E-Mail.
Die Regierung wollte für die Ausbeutung neuer Erzvorkommen werben, die Redaktion war mit Teilen des Spots nicht einverstanden.
Wo bleibt der Aufschrei? Er wird nicht kommen, ganz sicher nicht.
8 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
bluejax (Gast) - 23. September, 12:48
danke
ahh, du hattest es ja gestern bereits angekündigt. ich hatte gestern nacht schon mal blind gesucht, aber zum thema nix gefunden. werd aber dran bleiben!
viele grüße
viele grüße
bluejax (Gast) - 23. September, 12:55
antwort vom zdf eingetroffen!!!
ich hab grad eben übrigens eine antwort von carsten thurau vom zdf auf meinen offenen brief bezüglich marietta slomka & rctv erhalten. veröffentlichung erfolgt heute mittag!
redblog - 23. September, 13:17
man mags ja kaum glauben. da bin ich mal gespannt, ob es was zum ausschlachten ist ;)
Jochen Hoff (Gast) - 23. September, 13:29
Aufgeschrien wird doch nur wenn es gegen den Kapitalismus und seine neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Vorbeter geht.
Ein Bürgerradio ist unseren Medien keinen Furz wert. Auch Frau Slomka nicht. Das ist doch klar.
Ein Bürgerradio ist unseren Medien keinen Furz wert. Auch Frau Slomka nicht. Das ist doch klar.
no85 (Gast) - 23. September, 13:59
RSF-Aufschrei
RSF hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie die Schließung von Radio Orión als Zensur kritisieren. Über die Problematik dieser Organisation bin ich mir bewusst. Die großen Mainstreammedien haben den Fall noch nicht aufgegriffen und werden es wohl auch nicht tun. Alan García ist nun mal nicht Hugo Chávez.
bluejax (Gast) - 23. September, 15:55
Thuraus Antwort online!
hab den artikel gerade fertig gestellt!
kritik erwünscht ;-)
kritik erwünscht ;-)
liam (Gast) - 24. September, 20:06
@Radio Cutivalu
Zur Konkretisierung: In dem Spot des peruanischen Bergbauministeriums wurde ein lokales Referendum, das am 16. Sep in 3 andinen Distrikten der Region Piura abgehalten wurde, als 'illegal' bezeichnet. Dem ist jedoch nicht so, was auch durch die nationale peruanische Ombudsstelle (Defensoria del Pueblo) bestätigt wurde. Das Referendum - mit dem die ansonsten nicht gefragte Bevölkerung vor Ort die Möglichkeit hatte sich zu einem Kupferbergbauprojekt zu äußern - ist im Ergebnis lediglich 'rechtlich nicht bindend'. Radio Cutivalu sendete den Spot nicht unter Verweis auf die bewußte Fehldarstellung seitens des Ministeriums, deren Ziel es war die Leute von der Teilnahme am Referendum abzuhalten. (Entscheidende Basispartizipation ist auch in Peru nicht gern gesehen.)
redblog - 24. September, 21:00
danke für den hinweis. nicht leicht an weitergehende infos ranzukommen.























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