KAS und die lateinamerikanischen "Populisten"


Es sei ein "erfreulicher Sachverhalt", daß Lateinamerika "wieder stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten" sei. Nur der Grund dafür ist in dem Augen von Gerhard Wahlers, Leiter Hauptabteilung Internationale Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung, kein erfreulicher. Dies sei "der Tatsache geschuldet, dass populistische Regime, allen voran Hugo Chávez in Venezuela, durch autoritäre und totalitäre Betrebungen von sich reden macht" schreibt Wahlers im Editorial der aktuellen KAS Auslandsinformationen.
"Dieser Trend, der auch in Bolivien, Ekuador, Nikaragua, aber auch ansatzweise in Argentinien zu erkennen ist, hat Ursachen und Folgen." Da ist sie wieder, die so oft von rechts beschworene "Achse der Antidemokraten".

Und was sind laut Wahlers die Ursachen? Die Politiker hätten nach dem Ende der "Militärdiktaturen die Erwartungen der Bevölkerungen zum Teil bitter enttäuscht". Welche Politiker meint Wahlers hier? Es sind vor allem die Konservativen und rechten Sozialdemokraten gewesen, die Lateinamerika dem Neoliberalismus preisgaben. Es wurden die Interessen einer kleinen Oberschicht bedient, während nach unten immer getreten wurde. Zu nicht wenigen dieser Regierungen hatte die KAS blendende Beziehungen über ihre Auslandbüros.

Was Wahlers hier unerwähnt läßt, ist, daß dies genau die Aufgabe von Politik in kapitalistischen Gesellschaften ist.
Wahlversprechen gelten nur bis zur Auszählung der Stimmen.

PS:
In der aktuellen Ausgabe der KAS Auslandsinformationen befaßt sich Susanne Käss mit der brasilianischen Landlosenbewegung MST. Mehr zu diesem Beitrag demnächst auf redblog.

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