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Sonntag, 5. August 2007

Slomka macht wieder Chavez-, Lafontaine- und Linkspartei-Bashing


Am 17. Juni begrüßte Marietta Slomka die Zuschauerinnen und Zuschauer des heute journals mit einer verlogenen Ansage. Chavez-, Lafontaine- und Linkspartei-Bashing mit einem Schlag.
Trotz einiger kritischer Nachfragen bei der Redaktion gab es keine Reaktion. Am Freitag zeigten nun die Redaktion des heute journals und Marietta Slomka erneut, daß Chavez-, Lafontaine- und Linkspartei-Bashing zum Programm gehören.
Anmoderation von Slomka: Um die Freiheit der Medien geht es auch im nächsten Bericht. Man stelle sich mal folgendes vor: Bundeskanzlerin Merkel würde den Privtsender RTL abschalten, weil ihr die Bertelsmanngruppe politisch nicht passt oder weil RTL sich weigert, jederzeit auf Komando, Sendplätze freizuräumen, um ellenlange Merkelreden auszustrahlen. Eine absurde Vorstellung, natürlich wäre das undenkbar. Doch so ist es in Venezuela geschehen. Der immer dikatorischer regierende Hugo Chavez hat den größten, ältesten und populärsten Privatsender Venezuelas [RCTV, Anmerkung von redblog] aus dem Antennennetz genommen. Nur über Kabel und Satellit darf er noch senden. Doch die hat in Venezuela kaum jemand. Hugo Chavez, hierzulande von Okar Lafontaine und der Linkspartei als Vorbild gefeiert, hat sich mit dieser Zensur aber womöglich schwer verkalkuliert, denn er nahm damit seinem Volk dessen liebste Sendung weg. Diesmal ließ es sich Slomka nicht nehmen, im Anschluß an den Beitrag, nachzutreten: Tja, womit sich wieder mal zeigt, wenn Despoten entscheiden, was gut für das Volk ist, herrscht graue Tristess, nicht nur im Fernsehen.

Über den Beitrag selber mag man streiten können. Offen ist jedoch der Widerspruch zur Anmoderation. "Doch die hat [Kabel und Satellit] in Venezuela kaum jemand" meint Slomka in der Anmoderation. Im Beitrag von Carsten Thurau heißt es hingegen, RCTV habe nun 50 % weniger Zuschauer. Komisch, mindestens die Hälfe der ehemaligen Zuschauer müssen ja eine haben.
Über die Rolle des Privatsenders während des Putsches vom April 2002 ist keine Rede. Lapidar heißt es bei Thurau, der Sende habe sich in den letzten Jahren "wegen all zu offener Kritik" unbeliebt gemacht.

Man mag zu Chavez und der Entscheidung bezüglich RCTV stehen wie man will, guter Journalismus sieht anders aus. Kein Wort auch darüber, daß der Oberste Gerichtshof entschieden hat, daß RCTV nicht gezwungen werden kann, Reden von Chavez auszustrahlen. Zeigt doch diese Entscheidung, daß die Jusitiz nicht nur aus "100%igen Chavezanhängern" besteht, wie man so gerne verlautbart.

Tondokumente


Anmoderation von Marietta Slomka in heute journal vom 03.08.2007
Audiodatei runterladen


Abmoderation von Marietta Slomka in heute journal vom 03.08.2007
Audiodatei runterladen

Die Sendung des heute journals vom Freitag kann man sich hier anschauen [mp4] (Der Link funtioniert nur temporär).

http://www.wikio.de

Trackback URL:
http://redblog.twoday.net/stories/4137831/modTrackback

ben (Gast) - 5. August, 22:40

und wieder fleißig anschreiben verfassen... :)

redblog - 6. August, 07:18

ich habe schon ne mail weggeschickt, erwarte aber nix von denen.
bluejax (Gast) - 6. August, 17:42

Offener Brief...

...an die Redaktion des heute-journal sowie an verschiedene VertreterInnen aus Medien & Presse wurde gesendet!
bluejax (Gast) - 6. August, 00:56

Vielen Dank!!!

Klasse, dass du die Moderation dokumentierst. Ich hab auch gerade einen längeren Artikel zum Thema bei mir veröffentlicht.
Mal schaun, ob es eine Reaktion geben wird!

dabear (Gast) - 6. August, 08:57

Wo ist denn das Problem?

Was genau ist denn jetzt an der An- und der Abmoderation falsch?

Hat Hugo Chavez den Sender abschalten lassen? Ja!
Stimmen die Angaben über RCTV? Anscheinend ja!
Die Rolle des Senders beim "Putsch" gegen Chavez wurde nicht dargestellt? Wieso auch? Es geht darum das der Sender seine Lizenz für die Übetragung über Antenne verliert. Und das ist nicht gerechtfertigt. Egal wie er über den Putsch berichtet hat. Oder wollt ihr sagen das es gerechtfertigt ist wenn er schlecht über den Präsidenten berichtet?
Dann spielt es am Ende auch keinerlei Rolle was der oberste Gerichtshof entscheidet. Wenn Chavez dem Sender die Lizenz für Antenne entzieht weil der Sender sich weigert seine Reden auszustrahlen (laut Gericht darf er das ja anscheinen) find ich das nicht in Ordnung. Darüber darf dann auch eher negativ berichtet werden.
Der Vergleich der angesprochen wird stimmt ja auch. Chavez als auch Merkel sind die mächtigsten politischen Kräfte in ihren Ländern.
Und das Lafontaine und seine Chaostruppe Chavez in den Himmel heben stimmt auch.
Für mich is die Anmoderation deshalb gelungen. Sie gibt einen wichtigen Sachverhalt einfach wieder und bezieht eine Stellung die jeder Mensch dem etwas an einer freiheitlichen demokratischen Grundordnung liegt auch beziehen sollte.

Schaut doch einfach genauer hin worüber berichtet wird. Dort wird die Meinungsfreiheit beschnitten. Darüber wird berichtet. Da isses scheißegal welche politische Richtung Richter, Soldaten, Generäle odersonstwer hat und ob der Sender kritisch über Chavez berichtete oder nicht.

uebel (Gast) - 6. August, 11:26

da sieht man wie sie falsch informiert sind. chavez hat keinen sender geschlossen, noch hat er eine lizenz entzogen.

die venezolanische regierung hat lediglich die lizenz für die terrestrische austrahlung nicht verlängert.

der grund der nicht verlängerung ist die aktive unterstützung eines blutigen putsches gegen einen demokratisch gewählten präsidenten.

stellen sie sich vor rtl würde für die npd eine legitimation (mit gefälschten filmmaterial) für einen staatsstreich gegen merkel liefern. der sender würde in deutschland sofort geschlossen werden -> in venezuela nicht.

und noch was: venevisión (ein sender der auch am putsch beteiligt war) hat die lizenz verlängert bekommen.
Frederico Elwing (Gast) - 9. August, 15:47

Man stelle sich mal vor, RTL hätte einen Putsch gegen die Merkel-Regierung unterstützt und den obersten Putschisten als neuen Regenten präsentiert. Man stelle sich weiterhin vor, dass RTL nach dem missglückten Putschversuch weiterhin einen Regimewechsel propagiert...

Und andersrum: "Ab 2008 will die [baden-württembergische] Landesanstalt für Kommunikation (LFK) die institutionelle Förderung der Freien Radios "umstellen". Der Sockelzuschuss soll um die Hälfte (!) gekürzt werden. Der Restbetrag soll dann über Projekte einwerbbar sein. Das große Problem dabei: Projektgebundene Finanzierungen bedeuten große Unsicherheit, mehr Bürokratie und Papierkrieg: Antragstellung, Dokumentation und extra Abrechnung. [...]" (Quelle: Wüste Welle, Freies Radio für Tübingen und Reutlingen)

Wo bleibt da der Aufschrei des ZDF?!

Auch das ZDF versteht unter Pressefreiheit eben nur die Freiheit der Medienkonzerne!


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