Che Guevara verstößt nicht gegen Hausordnung


Da ist der Mitarbeiter des direkt gewählten CDU-Abgeordneten Olaf Lehne über einen Flur im Landtag, wo sich die Büros der SPD befinden. "Dienstlich", wie Lehne betont.
Und was mußte der Mitarbeiter dort entdecken? Die Sozis hatten Che Guevara aufgehängt, genauer gesagt hing an der Tür zum Büro E5 C80 ein auf DIN A4-Blatt kopiertes Konterfei von Che Guevara. Damit nicht genug, ebenso "revolutionären Kampfruf" Hasta la victoria siempre drauf.

Das kann ja nicht angehen dachte sich Lehne. Er schrieb einen Brief an Hannelore Kraft, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion [pdf].
"... Abgesehen von diesen Verbrechen im Namen der Revolution steht außer Frage, dass Guevara für eine sozialistische Weltordnung gekämpft hat. Deren Verwirklichung würde de facto eine Abschaffung unseres parlamentarisch-demokratischen Rechtsstaates bedeuten. Die öffentliche Zur-Schau-Stellung seines Portraits im Landtag NRW widerspricht damit vollständig dem freien Geiste unseres Hauses. ... Mich und auch meine Parlamentskollegen würde es sehr interessieren, in wie weit sich die SPD-Landtagsfaktion mit Ernesto (Che) Guevara identifiziert."

Fünf Tage nachdem der Brief abgeschickt worden ist, wurde eine Pressemitteilung [pdf] verschickt.
Laut FR erklärte Landtagssprecher Zinnkann, daß kein Anlaß bestehe zur Reaktion, denn das Guevara-Bild verstoße weder gegen die Hausordnung noch sei es strafrechtlich relevant. Gegenüber der FR erklärte Lehne dann auch mal, daß er schonmal eine Che-Postkarte in seinem Kubaurlaub gekauft habe. Was mit der Karte geschehen ist wird nicht gesagt.

Wer sich schon immer fragte, was Politiker tun wenn sie nicht ausgelastet sind, der findet hier eine Antwort.

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Gibriam (Gast) - 19. April, 19:44
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