Ernesto Kroch - Immer aktiv
redblog - 21. Februar, 08:49 - Lateinamerika
Im April 2004 erschien im Verlag Assoziation A die Autobiografie von Ernesto Kroch unter dem Titel "Exil in der Heimat – Heim ins Exil". Das Buch ist spannend und gibt einen Einblick in ein sehr bewegtes Leben.
Kroch wurde 1917 in Breslau geboren. Seit seiner Jugend war er politisch aktiv und der Machtübernahme der Faschisten beteiligte sich Kroch an verschiedenen Widerstandsaktionen. Der gelernte Maschinenschlosser wurde 1934 von der Gestapo verhaftet, zwei Jahre später nach der Entlassung aus der Jugendhaft direkt wieder verhaftet und ins KZ Lichtenburg gebracht. 1937 wurde er unter der Bedingung freigelassen, Deutschland innerhalb von 10 Tagen zu verlassen. Über Jugoslawien, Italien und Frankreich ging es dann nach Uruguay, wo er eine Arbeit fand. Auch dort engagierte sich Ernesto politisch, wurde Mitglied in der Kommunistischen Partei. Die Ausreise in die Sowjetische Besatzungszone nach dem Ende des Krieges scheiterte, weil die sowjetische Botschaft ihm das Visum verweigerte. Also blieb Ernesto in Uruguay ("Heimat im Exil"). Zwei Jahre nach der Gründung des breiten Linksbündisses Frente Amplio putschte sich die Armee 1973 an die Macht. Sein Sohn wurde verhaftet und blieb 6 Jahre im Knast. Ernesto Kroch beteiligte sich während der Militärdiktatur an der illegalisierten Arbeit der Gewerkschaften. 1980 wurde die Situation jedoch so brenzlig, daß er nach Brasilien floh. Was tun? Ein Leben im Untergrund in Uruguay war zu gefährlich, so entschied sich Ernesto in die Bundesrepublik zu gehen. Bis 1985 blieb er in Frankfurt am Main ("Exil in der Heimat"), nach dem Ende der Diktatur ging Kroch zurück nach Uruguay. Politisch blieb er über all die Jahre aktiv.

Bildquelle: neuewut.de
Die aktuelle Ausgabe der ila widmet sich dem Leben und politischen Kampf des Ernesto Kroch, der vor kurzem seinen 90. Geburtstag beging. Der Dokumentarfilmer Martin Keßler, bekannt durch seine Dokus über die Sozialproteste in der BRD ("Neue Wut") und die Studierendenproteste ("Kick it like Frankreich – der Aufstand der Studenten"), arbeitet seit 2003 an einem Film über Ernesto Kroch. Dieser soll unter dem Titel "Ernesto alias Ernst – Der Langstreckenkämpfer" im Juni 2007 erscheinen.
Autobiografie
Ernesto Kroch: Exil in der Heimat – Heim ins Exil
Assoziation A| Berlin | 190 Seiten | 14,00 € | ISBN 3-935936-29-X
Dokumentation
Ernesto alias Ernst – Der Langstreckenkämpfer
Erscheinungstermin: Juni 2007 | 14,90 € für Schüler, Studenten und Erwerbslose bzw. 24,90 € für Arbeitnehmer. Versandkosten: 3,60 Euro | Bestellmöglichkeit
Kroch wurde 1917 in Breslau geboren. Seit seiner Jugend war er politisch aktiv und der Machtübernahme der Faschisten beteiligte sich Kroch an verschiedenen Widerstandsaktionen. Der gelernte Maschinenschlosser wurde 1934 von der Gestapo verhaftet, zwei Jahre später nach der Entlassung aus der Jugendhaft direkt wieder verhaftet und ins KZ Lichtenburg gebracht. 1937 wurde er unter der Bedingung freigelassen, Deutschland innerhalb von 10 Tagen zu verlassen. Über Jugoslawien, Italien und Frankreich ging es dann nach Uruguay, wo er eine Arbeit fand. Auch dort engagierte sich Ernesto politisch, wurde Mitglied in der Kommunistischen Partei. Die Ausreise in die Sowjetische Besatzungszone nach dem Ende des Krieges scheiterte, weil die sowjetische Botschaft ihm das Visum verweigerte. Also blieb Ernesto in Uruguay ("Heimat im Exil"). Zwei Jahre nach der Gründung des breiten Linksbündisses Frente Amplio putschte sich die Armee 1973 an die Macht. Sein Sohn wurde verhaftet und blieb 6 Jahre im Knast. Ernesto Kroch beteiligte sich während der Militärdiktatur an der illegalisierten Arbeit der Gewerkschaften. 1980 wurde die Situation jedoch so brenzlig, daß er nach Brasilien floh. Was tun? Ein Leben im Untergrund in Uruguay war zu gefährlich, so entschied sich Ernesto in die Bundesrepublik zu gehen. Bis 1985 blieb er in Frankfurt am Main ("Exil in der Heimat"), nach dem Ende der Diktatur ging Kroch zurück nach Uruguay. Politisch blieb er über all die Jahre aktiv.

Bildquelle: neuewut.de
Die aktuelle Ausgabe der ila widmet sich dem Leben und politischen Kampf des Ernesto Kroch, der vor kurzem seinen 90. Geburtstag beging. Der Dokumentarfilmer Martin Keßler, bekannt durch seine Dokus über die Sozialproteste in der BRD ("Neue Wut") und die Studierendenproteste ("Kick it like Frankreich – der Aufstand der Studenten"), arbeitet seit 2003 an einem Film über Ernesto Kroch. Dieser soll unter dem Titel "Ernesto alias Ernst – Der Langstreckenkämpfer" im Juni 2007 erscheinen.
Autobiografie
Ernesto Kroch: Exil in der Heimat – Heim ins Exil
Assoziation A| Berlin | 190 Seiten | 14,00 € | ISBN 3-935936-29-X
Dokumentation
Ernesto alias Ernst – Der Langstreckenkämpfer
Erscheinungstermin: Juni 2007 | 14,90 € für Schüler, Studenten und Erwerbslose bzw. 24,90 € für Arbeitnehmer. Versandkosten: 3,60 Euro | Bestellmöglichkeit






















