Mehr vom gutem Rum
redblog - 12. Januar, 07:37 - Lateinamerika
Mit dem Zusammenbruch des Sowjetunion brach über Nacht fast 75 % des kubanischen Außenhandels weg. Es brauchte neue Wege, um nicht zu kollabieren und wieder in die Hände der USA zu fallen. Neue Wege gingen die Kubaner auch in der Wirtschaftspolitik. Gemeinsam mit internationalen Partner gründete man "Joint Venture", Gemeinschaftsunternehmen, an denen der Staat die Mehrheit erhielt.
Diese Partner sollten u.a. helfen, die kubanischen Produkte weltweit zu vermarkten. Im Jahre 1993 begann das Engagement des französischen Spirituorenherstellers Pernod Ricard auf der Insel. Gemeinsam mit Cuba Ron S.A. gründeten sie "Havana Club Internacional S.A." und begannen mit der Vermarktung der bekannten Marke "Havana Club". Wurden 1994 0,5 Millionen Neun-Liter-Tanks abgesetzt, stieg der Absatz 2006 auf 2,6 Millionen.
Am 9. Januar 2006 eröffneten Pernod Ricard und Cuba Ron S.A. nahe Havanna in Anwesenheit des Vizepräsidenten Carlos Lage eine neue Produktionsstätte. In den kommenden fünf Jahren soll der Absatz auf fünf Millionen Neun-Liter-Tanks steigen.
Pernod Ricard vertreibt "Havana Club" in 120 Länder, die Rummarke belegt auf der Liste der weltweit meistverkauften Getränke Rang 50. Das besondere an dieser Liaison ist die Standhaftigkeit der Franzosen. Immer wieder versuchen die USA dem Konzern an den Karren zu fahren, weil er sich nicht für die Blockadepolitik interessiert. Nein, Pernod Ricard wehrte sich gegen diese Angriff.
Im Gegensatz dazu beendeten die Schweizer Banken Crédit Suisse und die UBS im November 2005 ihre Geschäftsbeziehungen mit Kuba - auf Druck der US-Regierung.
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