Freitag, 29. Dezember 2006

Nur ein Bruderstreit?


Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Ecuador sind in Folge von Herbizitbesprühungen im Grenzgebiet angespannt. (redblog berichtete hier und hier) Kolumbien setzt im Kampf gegen den Anbau von Coca auf den Einsatz von Sprühflugzeugen, um die Felder zu vernichten. Das eingesetzte Herbizit Glyphosate vernichtet jedoch nicht nur die Cocafelder, sondern auch andere landwirtschaftliche Produkte. Das österreichische Bundesumweltamt bezeichnet Glyphosate als Schadstoff, das auch da Grundwasser schädigt.
Durch den Einsatz des Herbizits in der Grenzregion zeigen sich auch immer wieder Folgeschäden in Kolumbiens Nachbarland Ecuador. Laut Untersuchungen der Pontificia Universidad Católica de Ecuador (PUCE) schädigt Glyphosate nicht nur die Umwelt sondern auch Menschen. Cesar Paz, Mediziner an der PUCE berichtete gegenüber teleSUR von Untersuchung über die Auswirkung auf den Menschen. Wer in Berührung mit Glyphosate kommt, hat ein höheres Risiko an Krebs zu sterben, 20 % der Untersuchten Frauen erlitten Fehlgeburten und 15 % brachten Kinder mit Mißbildungen zur Welt.

correa
Rafael Correa mit geschädigten Bananen
Foto: teleSUR

Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe sieht in den diplomatischen Streitigkeiten nur eine "normale Diskussion zwischen Brüdern". Rafael Correa, gewählter Präsident Ecuadors, besuchte die Grenzregion und forderte die Einstellung der Sprühaktionen von Kolumbien. Zu seiner Amtseinführung am 15. Januar 2007 erwarte er auch Uribe, mit dem er über das Problem sprechen wolle. Uribe ließ hingegen gegenüber Journalisten offen, ob er zur Amtseinführung von Correa fahren werde.
Unterstützung erhielt Ecuador vom venezolanischen Präsidenten Chavez. Er berichtete, daß auch im venezolanischen Grenzgebiet zu Kolumbien Coca-Felder waren, die vom Staat vernichtet worden sind. Diese seien jedoch manuell zerstört worden, die Pflanzen wurden per Hand ausgerissen. Dies sei eine bessere Lösung als der Einsatz von Herbiziden, deren Schädlichkeit für Natur und Mensch erwiesen sei. Schnell wurden die Äußerungen von Chavez durch die kolumbianische Regierung zurückgewiesen. Er solle sich nicht einmischen.
Kolumbien zeigt somit weiterhin kein Interesse an einer Beilegung der diplomatischen Streitigkeiten.

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