Schrödersches Marketing


Kaum ein Jahr aus dem Amt, veröffentlicht der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Memoiren. Früher als alle Kanzler vor ihm. Begleitet wird die Veröffentlichung von einer breiten Medienkampagne in SPIEGEL und BILD.
In der heutigen Ausgabe veröffentlichte Springers "Meinungspostille" den ersten Teil des Vorabdruckes, der zweite erscheint in der morgigen Ausgabe. Der SPIEGEL stellte dem Exkanzler ganze 26 Seiten und das Titelbild zur Verfügung.
Während in dem Wochenmagazin Schröder gegen die Gewerkschaften wettert und ihnen die Verantwortung an seiner Abwahl anlastet, schreibt er in BILD seine Erinnerungen an den Beginn der Kanzlerschaft und Oskar Lafontaine nieder. Er wolle keine Abrechnung mit ihm, das Thema habe sich erledigt, so Schröder, um dann draufzudreschen.

Bereits 100.000 Bücher sind gedruckt, der Autor wird nun bis Weihnachten durch die Republik tingeln, um für sein Buch zu werben. Die Kasse soll klingeln. Pension und Gasprom-Bezüge sind scheinbar nicht genug. Ab dem 28.10.2006 werden die Memoiren ausgeliefert. Für das leseunkundige Publikum bietet der Basta-Politiker auch gleich noch ein Hörbuch an, gelesen von Schröder selbst. Auch die ARD möchte SPIEGEL und BILD nicht nachstehen in dieser Werbekampagne und zeigt heute Abend eine Dokumentation über die Regierungsjahre.

In einem Kommentar in der jungen Welt schreibt Rüdiger Göbel "Wie viele seiner Schwarten Schröder am Ende auch verkauft, er bleibt ein Kriegsverbrecher, von einem Belgrader Gericht rechtskräftig zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt." Seinen Kommentar beendet er richtigerweise mit einem Schröderschen "Basta".

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"blind drauflosgehauen"?
Im Kern liegt der Artikel richtig, auch wenn zum genauen...
tommegg - 24. Juli, 13:32
Wer kennt sie nicht,...
Wer kennt sie nicht, die Beiträge des Herrn Balcerowiak....
Günther (anonym) - 24. Juli, 13:20
Solange es nicht um die...
Solange es nicht um die eigene Nase geht, fässt...
Chriszi (anonym) - 24. Juli, 11:22

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