Montag, 26. Februar 2007

Aufregung um Christian Klar - "Das kapitalistische Gesellschaftssystem überwinden"


Heute Nachmittag erreichte mich telefonisch die Nachricht, daß Report Mainz einen Bericht über Christian Klars Grußbotschaft für die diesjährige Rosa-Luxemburg-Konferenz (RLK) senden will. Ok, die Konferenz ist ja nun schon fast wieder sechs Wochen her, die Diskussion über eine Begnadigung Klars ist auch schon wieder aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Sind ja fix die Leute von Report Mainz. Kurzer Klick auf ihre Seite und eine betreffende Pressemittelung läßt böses erahnen. Seit 24 Jahren sitzt Klar nun im Knast und noch immer will es das kapitalistische Gesellschaftssystem überwinden. Was für eine Schweinerei! Schick natürlich die Formulierung "wie erst jetzt bekannt wurde".
Nun ist der Inhalt der Grußbotschaft schon lange bekannt. Öffentlich wurde sie am 13. Januar 2007 auf der RLK verlesen, zwei Tage später erschien sie in der jungen Welt, am 31. Januar wurde sie nochmals in der RLK-Beilage veröffentlicht.
Etwas später ein Klick auf SPON, hier hat es die Pressemitteilung von Report Mainz zur Topmeldung geschafft.
Wieder etwas später ein kurzer Klick auf google news. Die Pressemitteilung hatte es in zahlreiche Blätter geschafft. Reaktionen gab es natürlich gleich aus der CSU. Gegenüber SPON erklärte der CSU-General: "Nun zeigt sich, dass so ein Mann nie auf freien Fuß kommen darf." Bis zu seinem Lebensende müsse er im Knast bleiben. Ähnlich äußerte sich der scheidende Ministerpräsident Bayerns.
Liest man sich den Text von Klar durch, müßte man sich eigentlich über diese Aufregung wundern. Nirgends erklärt Klar, diese Gesellschafssystem bewaffnet überwinden zu wollen. Es ist kein Verbrechen, sich für diese Überwindung einzusetzen. Das kapitalistische System ist nicht (!!!) im Grundgesetz verankert. Deutlich äußerten sich daher auch Klars Anwalt, der ehemalige und der aktuelle Bundessprecher von solid im Tagesspiegel.

Sendezeit des Beitrages:
heute:
21.45 Uhr, ARD

Wiederholung:
27. Februar 2007:
00.25 Uhr, SWR
05.00 Uhr, ARD
10.45 Uhr, RBB

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In der Traditionslinie


Sie gelten als die härtesten Jungs der Bundeswehr. Wann und wie sie z.B. "Deutschland am Hindukusch" verteidigen ist ein gehütetes Geheimnis. Selbst Bundestagsabgeordnete haben keinerlei Informationen über die Einsätze der Spezialeinheit. Nur wenige Abgeordnete sind informiert, sie dürfe darüber jedoch, unter Androhung von Strafe, nicht sprechen.
Die KSK, Kommando Spezialkräfte, stehe in "guter Tradition" zur Wehrmachts-Spezialdivision "Brandenburg". So sieht es Reinhard Günzel, ehemaliger KSK-Chef, im Buch "Geheime Krieger". Günzel verlor seinen Posten als Kommandeur der KSK nachdem er die antisemitische Rede Martin Hohmanns gelobt hatte.
"Geheime Krieger - Drei deutsche Kommandoverbände im Bild: KSK, Brandenburger, GSG 9" erschien letztes Jahr im rechten Verlag Pour le Merite. Neben Günzel gehören Ulrich Wegener, Gründer der GSG 9, und der ehemalige Wehrmachtsoffizier, Ex-"Brandenburger" und zeitweiliger Stabschef des SS-Obersturmbannführers Otto Skorzeny Wilhelm Walther zu den Autoren. Die Einsätze der "Division Brandenburg" sollen in der KSK "geradezu legendär sein", so der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.
Bartels, SPD-Abgeordneter im Bundestags-Verteidigungsausschuss, sieht jetzt einen Handlungsbedarf.
Die Traditionslinie der Bundeswehr ist eigentlich schon lange bekannt. In vielen Traditionskabinetten wurden und werde Mörder der faschistischen Wehrmacht geehrt. Die Gebirgsjäger der Bundeswehr haben auch kein Problem mit den Taten der Wehrmachtsgebirgsjäger, seit Jahrzehnten gedenkt man Pfingsten den eigenen Toten. Auch ein kleiner Blick in das Programm des Verlages Pour le Merite genügt: "Stalins verhinderter Erstschlag. Hitler erstickt die Weltrevolution", "Ein Gegner wie Stahl. Das I. SS-Panzerkorps in der Normandie 1944". Bücher unter den Titeln "Verbrechen an der Wehrmacht" und "Avantgarde für Europa. Ausländische Freiwillige in Wehrmacht und Waffen-SS" veröffentlichte ein gewisser Franz W. Seidler. Seidler lehrte von 1973 - 1998 als Professor für Neuere Geschichte, insbesondere Sozial- und Militärgeschichte, an der Universität der Bundeswehr München.
Es gibt genügend Verbindungen zwischen Wehrmacht und Bundeswehr, sie werden nur gerne von gewissen Leuten übersehen.

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Gibriam (Gast) - 2. Februar, 17:16
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nesta (Gast) - 10. Januar, 22:13
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