Die 58. Frankfurter Buchmesse verzeichnete 286.621 Besucher. 7272 Ausstellern aus 113 Ländern präsentierten fast 400.000 Titel. Unter dieser Masse an Gedrucktem war es nicht ganz so einfach die wirklich interessanten Bücher zu finden. Besonders das Gedränge in den Gängen und auf den Verbindungswegen zwischen den verschiedenen Hallen machten es einem schwer vorwärts zu kommen, Platzangst ist auf der Messe fehl am Platze.
In Halle 5.1 präsentierten sich Verlage auf Spanien, Portugal und Lateinamerika. Das
venezolanische Kulturministerium machte an seinem Stand auf seine Arbeit aufmerksam. In den letzten Jahren hat sich einiges auf dem Büchermarkt verändert. Im Zuge einer groß angelegten Alphabetisierungskampagne gründete das Ministerium zwei Verlage und eröffente in allen Bundesstaaten Buchhandlungen, wo preiswerte Bücher an die Bevölkerung gebracht werden. Da private Verlage nur das veröffentlichen, was Profite verspricht, wurden viele Autoren nicht verlegt. In den beiden neuen Verlagen haben sie nun Partner gefunden, um ihrere Arbeiten zu veröffentlichen. Ein großes Projekt des Ministeriums ist auch die Verbreitung von Weltliteratur. Im letzten Jahr produzierte man Cervantes´ "Don Quijote" in einer Auflage von 1.000.000 Stück, die kostenlos an Schulen, Bibliotheken und Interessierte vertrieben worden ist. In diesem Jahr besorgte man den Duck von Victor Hugos "Die Elenden". Die drei Teile wurden jeweils mit einer Auflage von 500.000 hergestellt.
Unweit der Venezolaner präsentierte sich die kubanische Cámara Cubana del Libro mit einer kleinen Auswahl an Büchern und warb für die kommende
Buchmesse in Havanna, die zu einer der größten Lateinamerikas gehört. Die besten linken Bücher in der Halle 8.0, wo sich Aussteller aus den USA und Australien befanden, bot der australische Verlag
Ocean Press. Der Verlag verlegt nicht nur Schriften von Che Guevara und Fidel Castro, das Verlagsprogramm widmet sich auch intensiv den aktuellen Entwicklungen Lateinamerikas. Empfohlen sei hier Roberto Regalados "
Dominación, crísis, lucha social y alternativas políticas de la izquierda".
Die linken Verlage aus Deutschland präsentierten sich mit ihren Büchern in Halle 3.1. Am Gemeinschaftsstand von
alive, der Assoziation Linker Verlage, hätte man gut und gerne jede Menge Geld lassen können. Bridget Anderson veröffentlichete bei
Assozation A ein sehr interessantes Buch über Migrantinnen in der bezahlten Hausarbeit in Europa. Im kommenden Jahr erscheint im
Atlantik Verlag ein neues Buch über die Ches Genossin Tania (Tamara Bunke). Am Stand der
jungen Welt präsentierte Ekkehard Sieker sein, gemeinsam mit Lothar Buchholz, verfaßtes Buch "
Rendezvous mit der Quote - Wie die ARD Kennedy durch Castro ermorden ließ". Grundlage des Buche ist eine WDR-Dokumentation von Wilfried Huismann, die Castro als Auftraggeber des Mordes an JFK darstellt. Die beiden Autoren wiederlegen die gewagte These Huismanns und bezichtigen die ARD und den Autor des Filmes der Fälschung. Sieker, der als Fernsehjournalist beim WDR arbeitet, berichtete über die Vorgänge und die unterdrückte Diskussion im Sender nachdem er seine Zweifel an der Richtigkeit der These Huismanns deutlich machte.
In den kommenden Tagen und Wochen werden einige Bücher vorgestellt. Linke Bücherliebhaber sollten sich unbedingt schon mal den Termin der
11. Linken Literatumesse in Nürnberg vormerken: 17. - 19. November 2006.
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redblog - 9. Oktober, 15:05